Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1320331
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1322204
158 
Blütezeit. 
die Taufe Christi und Johannes auf Patmos; letzterer in schön 
beleuchteter Landschaft. Die Bildnismalerei ist nicht Baldungs 
starke Seite. Um 1511 ist das Brustbild des Markgrafen Christoph I. 
von Baden in der Kunsthalle zu Karlsruhe (Nr. 87) entstanden 
und zeigt eine gewisse Härte der malerischen Ausführung. Ein 
Hauptwerk Baldungs in der Bildnismalerei ist das Votivbild des 
Markgrafen Christoph von Baden und seiner Familie (Karlsruhe, 
Kunsthalle, Nr. 88). In der Mitte Maria, das Kind auf dem Schosse, 
zur Rechten die heilige Anna; dann auf der einen Seite der 
Markgraf mit seinen zehn Söhnen, auf der anderen die Markgräfin 
Ottilia mit fünf Töchtern. Die Formenbehandlung ist auch hier 
etwas kantig, die Farbe verhaltnismässig matt, doch von feiner 
Stimmung. Ebenda, unter Nr. 90, befindet sich das Bruchstück 
einer Anbetung des neugeborenen J esuskindes von 1539, bestehend 
aus den überlebensgrossen Brustbildern der Maria und des Joseph, 
im Hintergrunde die Verkündigung an die Hirten. Maria ist von 
bedeutender Schönheit, in der Färbung erkennt man noch eine 
gewisse Einschränkung, nur Rot und Grün treten in Wirksamkeit, 
der- Hintergrund ist dunkel. Baldungs Holzschnitte und Hand- 
zeichnungen geben oft sein Bestes; er wurde auch 1515 zur Illu- 
stration des Gebetbuches für Kaiser Maximilian herangezogen.  
Ein anderer Künstler, der gleiche Einiiüsse wie Baldung erfahren 
hat, Albrecht Altdorfer, ist vor allem in der Landschaft bemerkens- 
wert. Er war vermutlich ein Bayer, kam 1505 von Amberg nach 
Regensburg und erwarb dort das Bürgerrecht; sein Geburtsdatum 
wird deshalb zwischen 1475 und 1480 liegen; er starb 1538. Alt- 
dorfer war zugleich Baumeister, doch zeichnen sich seine Gemälde 
weniger durch strenge Zeichnung als durch malerische Behandlung 
aus; nur in der Vorliebe für eingehend ausgeführte Baulichkeiten 
kündigt sich der Baumeister an.  
Bayern. Oberpfalz. Eines der wenigen Altarwerke Altdorfers 
stammt von 1577 und befindet sich in der Sammlung des historischen 
Vereins in Regensburg. Die Aussenseiten der Flügel zeigen die 
Verkündigung, die Innenseiten das Abendmahl und die Auferstehung, 
auf der Mitteltafel ist die Geburt Christi dargestellt. Man sieht 
hier, dass Altdorfer im grossen Format rauh in der Charakteristik 
und hart in der Modellierung wird; das Abendmahl ist eine Stim- 
mungslandschaft, welche auf Zusammenhang mit den Tirolern 
hinweist. Wohl schon einige Zeit früher als der Altar entstand 
das grosse Doppelbild der beiden Johannes: Johannes Ev. die 
Apokalypse schreibend, ihm gegenüber Johannes Baptist, in der 
Höhe Maria mit Engeln; die Örtlichkeit bilden Fels und Wald. 
Das Gemälde befindet sich in Stadt am Hof bei Regensburg in 
der evangelischen Kapelle des Katharinenhospitals. Altdorfer
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.