Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1320331
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1322187
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15111182811. 
Schwerpunkt bei Grunewald mehr als in der Form, in den ver- 
wendeten malerischen Mitteln. Früher als Correggio machte 
Grunewald Licht und Farbe zu wesentlichen Voraussetzungen der 
Gruppierung seiner Gestalten, allerdings im Sinne eines schroffen 
Naturalismus. Dagegen ist Grünewalds Behandlung des Helldunkels 
wieder ganz im Sinne Correggios, indem er nicht mehr allein das 
einzelne möglichst vollständig modellierte, sondern den Eindruck 
eines geschlossenen Ganzen erstrebte. Das Malerische tritt beson- 
ders glänzend in der Verherrlichung Mariens als Gottesgebärerin 
hervor. Aus dunklem Blau drängt die Engelschar herein, dann 
folgen die Cherubim im Feuerkranz; die knieende Maria ist von 
einer gelben Aureole umgeben, die in einen roten Kranz übergeht. 
Auf der zweiten Hälfte des Bildes, Welches Maria mit dem neu- 
geborenen Kinde darstellt, liegt der geheimnisvolle Zauber einer 
Mondnacht. Schwarze Wolken verdecken den Himmel nur zum 
Teil; in hellerem Lichte, welches von der Erscheinung Gottvaters 
in der Höhe ausgeht, sitzt Maria.  Die Werke, welche sich als 
Eigentum des Meisters des Isenheimer Altars feststellen lassen, 
sind nicht zahlreich. 
Bayern. Unterfranken. Eine Beweinung Christi in der 
Stiftskirche von Aschaffenburg dürfte als Predella eines Altar- 
werks gedient haben; das Werk könnte 1570-1575 entstanden 
sein und giebt eine Schilderung in rücksichtsloser Naturtreue. 
Als Werkstattarbeiten aus der letzten Zeit Grünewalds dürfen 
wohl die aus einem grösseren Altarwerke ausgesägten Stücke in 
der Schneekapelle der Stiftskirche zu Aschalfenburg gelten: der 
heilige Martin, Almosen spendend, und der heilige Georg. Es war 
noch ein Künstler neben Grunewald thätig, der "Pseudo-Grünewald". 
Doch da ein Meister Simon von Aschaffenburg als Hofmaler des 
Kardinals Albrecht nachgewiesen ist, und die wichtigsten der in 
Frage kommenden Werke im Auftrage desselben entstanden sind, 
so darf man wohl die Identität des Pseudo-Grünewald mit Simon 
von Aschajfenburg vermuten. Er starb zwischen 1543 und 1546. 
Vermutlich stammen von ihm der heilige Valentin in der Stifts- 
kirehe zu Aschaffenburg und sechs Flügelbilder kleineren 
Formats im Schloss zu Aschaffenburg: die Heiligen Martinas und 
Mauritius, Erasmus und Stephanus, Ursula und Magdalena (Nr. 295, 
296, 286, 287, 262, 266). Ebenda befindet sich eine kleine Dar- 
stellung der heiligen Sippe (Nr. 289). Auf einen dem vorigen 
verwandten Maler, der aber stärker von Cranach beeinflusst ist, 
weisen zwei liturgische Bilder hin, als Messe des Papstes Gregor 
bezeichnet, im Schloss zu Aschaffenburg (Nr. 263 und 267), auf 
welchen beiden auch der Stifter selbst erscheint. Auf dem Altare 
steht beide Male der Sohmerzensmann; aus der Wolke tauchen
        

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