Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1320331
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1322174
Prov. Brandenburg, Berlin etc. 
Dürer u. seine Schule: 
155 
587) und das Bildnis eines jungen Mannes von 1534 (Nr. 585). 
 Mehrere Tafeln von Barthel Belzam im Berliner Museum stammen 
aus der Gegend von Südschwaben und sind wohl Reste eines 
Flügelaltars: Eine dreiteilige Tafel (Nr. 6l9A) enthält links die 
heilige Katharina, in der Mitte den heiligen Paulus, rechts die 
heilige Agnes; sämtlich auf Goldgrund; eine zweiteilige Tafel ent- 
hält links den heiligen Crispin, rechts den heiligen Orispinian 
(Nr. 61913), beide auf Goldgrund. 
Mecklenburg. In der grossherzoglichen Sammlung zu Schwerin 
befindet sich von Schäufelein ein Gemälde: das Kreuz Christi und 
die Freuden der Welt (Nr. 933). Von dem Gekreuzigten gehen 
fünf Blutstrahlen aus und vereinigen sich in dem Munde eines 
links knieenden Mannes, bei dem zwei Engel stehen. Rechts vom 
Kreuz kniet ein zweiter Mann, mit dem sich zwei Engel zu schaffen 
machen, indem sie ihn auf die Freuden der Welt hinweisen, 
welches in mehreren Gruppen zur Anschauung gebracht wird. 
Dürers Einfluss löste auch am Oberrhein den Einfluss Schon- 
gauers ab, aber daneben machte sich das Malerische im eigentlichen 
Sinne des "Wortes geltend, das der Dürerschen Kunstweise fremd 
war. Der Führer dieser Koloristenschule war Mathias Grünewald. 
Wahrscheinlich war Aschaffenburg in Unterfranken sein Geburtsort, 
und sicher waren dieser Ort und Mainz die Hauptstätten seines 
Wirkens. Er wird zwischen 1470 und 1480 geboren sein, seine 
Thätigkeit lässt sich bis 1525 verfolgen. Grünewald zeigt sich als 
mächtiger, wegbahnender Künstler für sich und andere. Jenes 
Werk, welches am schärfsten seine Eigenart wiedergiebt, ist der 
aus der Präzeptorei Isenheim im Elsass herrührende Altar, jetzt 
im Museum zu Kolmar (Elsass); die vier beweglichen und die 
vier feststehenden Flügel, sowie die Staifel sind bemalt. Bei ge- 
schlossenen äusseren Flügeln war die Kreuzigung sichtbar, wurden 
die äusseren Flügel geöffnet, so sah man auf den inneren Seiten 
die Verkündigung und die Auferstehung, auf den geschlossenen 
inneren Flügeln die Geburt Christi; öifnete man die inneren Flügel, 
so erschienen zur Seite die Versuchung des heiligen Antonius und 
sein Gespräch mit dem heiligen Einsiedler Paulus. Auf den fest- 
stehenden Flügeln waren der heilige Antonius und der heilige 
Sebastian, auf der Staffel die Grablegung Christi dargestellt. In 
den Einzeldarstellungen fehlen die Beziehungen zu Dürer nicht, 
aber ein Schulzusammenhang ist nicht vorhanden. Der Gekreuzigte 
zeigt alle Wunden, das herabgesunkene Haupt lässt die ganze 
Entstellung erblicken, welche ein unerhörtes physisches Leiden 
hervorgebracht hat; Magdalena schreit vor dem Kreuze auf, und 
Maria sinkt ohnmächtig in die Arme des Johannes. Leidenschaft- 
liche Erregtheit herrscht auch in anderen Szenen, doch liegt der
        

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