Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1320331
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1320700
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Romanische 
Frühzeit. 
verrät die Anlehnung an ein byzantinisches Vorbild. In den 
biblischen Szenen wird das Leben Christi erzählt, dann folgen die 
Darstellungen der Parabeln und endlich Allegorien der Kardinal- 
tugenden, der Elemente u. s. w. in Medaillonform. Der Stil ist 
karolingisch, doch zeigt sich das Pfianzenornament stark ent- 
wickelt, auch realistisch aufgefasste Tier-formen kommen vor, und 
zweimal wird die menschliche Gestalt selbst für die Buchstaben- 
bildung verwendet. Vor jedem Bildercyklus stehen je zwei Seiten 
mit Nachahmungen orientalischer Stoffmuster. Die Miniaturen 
der Vita Willibrordi in der herzoglichen Bibliothek zu Gotha 
Nr. 164, vom Echternacher Abt Tkeofried herrührend, stammen 
aus der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts und zeichnen sich 
durch ungewöhnliche Feinheit aus. Ein Evangeliar in der Bibliothek 
zu Wolfenbüttel (Schönemann 22) aus dem Anfang des 11. Jahr- 
hunderts, einem sächsischen Kloster entstammend, enthält Feder- 
zeichnungen. Ein Psalterium in Kassel (Bibl. Ms. thecl. 4" 
Nr. 15), 1020 von einem Kastellan König Heinrichs 11., Namens 
Markus, geschrieben, enthält schöne Initialen, in denen Tier- 
motive meist in Verbindung mit Ranken und Dornblatt auftreten. 
Die Federzeichnungen eines Evangeliars in Kassel (Bib. th. F01. 60) 
von 1015, aus Abdinghof bei Paderborn stammend, enthalten 
einzelne originelle Züge. Die Körperverhältnisse sind unrichtig 
wiedergegeben, indes macht sich ein Zug leidenschaftlicher Erregt- 
heit bemerkbar. Im" Münsterschatz zu Essen befindet sich ein 
Evangeliar aus der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts mit ein- 
fachen Kanonestafeln, vor jedem Evangelium drei Zierblätter, auf 
dem ersten das Bild mit den Evangelisten. Der Elfenbeindeckel 
bezeichnet die Handschrift als Evangeliar der Theophanu. In 
einer Handschrift des 10. Jahrhunderts, welche Rhabani „de In- 
stitutione Clericorum" enthält, jetzt in der Landesbibliothek in 
Düsseldorf (B. 113), aus Koblenz stammend, wird die Heilung 
des Aussätzigen und wahrscheinlich die des Mannes mit der ver- 
dorrten Hand in kühner Federzeichnung und selbständiger Auf- 
fassung dargestellt. Ebendort befindet sich ein Missale de 
 10. Jahrhunderts, aus Essen stammend (Cod. D. 2), mit den Dar- 
stellungen des heil. Gelasius und des heil. Gregorius in Feder- 
zeichnung, der letztere mit Kreuzigungsgruppe. Ein Missale eben- 
dort (Cod. D. 3), vor 965 entstanden, aus Essen stammend, zeigt 
auf dem Widmungsbilde links Kleriker, rechts zwei bartlose 
Könige mit Palmen. Ein Initial zeigt Christus am Kreuz. In der 
ehemaligen Stiftskirche zu Gerresheim bei Düsseldorf wird ein 
Evangeliar des 10. Jahrhunderts mit Evangelistenbildern, Initialen 
und Zierblättern aufbewahrt. Ein Lektionar in der Dombibliothek 
zu K öln (Nr. 143), im Auftrage des Erzbischofs Euergerius (985-999)
        

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