Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1320331
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1321954
 Wand- 
Salzburg u. Tirol. 
u. Tafelmalereyi: 
133 
Vintler in Bruneck, betrachtet werden, auf welcher Maria mit 
dem Kinde, zwischen der heiligen Katharina und der heiligen 
Barbara thronend, dargestellt ist. Maria ist mütterlich aufgefasst, 
die weiblichen Heiligen sind individueller. Die Farbe ist blühend. 
Eine Anbetung der Könige, jetzt als Mittelbild eines Renaissance- 
altars in der Kirche zu Mitterslang im Pusterthal, ist stark 
übermalt. Die Landschaft ist liebevoll durchgeführt. Der Schnitz- 
altar in der Pfarrkirche zu Gries bei Bozen, der in seinen Haupt- 
stücken erhalten ist, besitzt auf der Rückseite des Schreins 
Malereien: Vermählung Mariens, Christus im Tempel lehrend, 
Vertreibung der Wechsler und einzelne Passionsszenen. Im ur- 
sprünglichen Zustande erhalten ist das Hauptwerk des Meisters, 
der Altar in St. Wolfgang am Mondsee, der von 1479-1481 
ausgeführt wurde. Die Gemälde des Schnitzaltars befinden sich 
auf den Doppelflügeln und auf der Rückwand. Sind alle Flügel 
geschlossen, so erblickt man vier Szenen aus der Legende des 
heiligen Wolfgang, bei geöffneten äusseren Flügeln werden acht 
Szenen aus der Lehr- und Wunderthätigkeit Christi sichtbar, 
öffnet man endlich die inneren Flügel, so erscheinen Christi Geburt 
und Beschneidung, die Darstellung im Tempel und der Tod Mariens. 
Die Flügel der Altarstaüel zeigen im Inneren die Heimsuchung 
und die Flucht nach Agypten, auf den äusseren Seiten die Kirchen- 
vater. Die Rückseite des Schreins führt zwei Reihen von Heiligen 
vor, mit Christophorus in der Mitte. Die Flügelbilder, nament- 
lich die der inneren Seiten, sind die Meisterleistungen Pachers. 
Es zeigt sich ein grosser freier Stil mit starkem Naturgefühl und 
tiefer Empfindung verbunden. Es ist der Geist der italienischen 
Zeitgenossen, aber auf Schöpfungen echt deutschen Gepräges an- 
gewandt. Ein Meisterwerk der Komposition ist die Beschneidung; 
Pacher hat auch ein Auge für die feineren Farbenreize, ja selbst 
für die magische Wirkung des Helldunkels. In den acht Dar- 
stellungen, welche bei geschlossenen inneren und geöffneten äusseren 
Flügeln sichtbar werden, zeigt sich Pacher als Landschafter; der 
Goldgrund ist dem natürlichen Luftton gewichen. Vermutlich hat 
Facher die {iandrische Malerei nicht unmittelbar gekannt, die Öl- 
technik konnte er von oberdeutschen Künstlern entlehnt haben. 
E? verdankt vieles der oberitalienischen Schule, aber im Unter- 
schied zu dieser fehlt bei ihm der Einfluss der Antike. In den 
letzten Lebensjahren war Pacher an der Herstellung eines Altars 
für die Franziskanerkirche in Salzburg beschäftigt, doch ist von 
demselben nur eine Freigruppe erhalten. Im Ferdinandeum zu 
Innsbruck befindet sich ein Flügelaltar Pachers (Nr. 25), au; 
Bflxen stammend. Mittelbild und Innenseiten zeigen die vier 
Kirchenvater Hieronymus, Augustinus, Gregorius und Ambrosius.
        

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