Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1320331
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1321936
Wand- u. Tafelmalerei: 
Steiermark, Salzburg u. 
Tirol. 
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Zeigen die Köpfe das Bestreben nach portratartiger Wirkung. 
Reiche Perspektiven ersetzen in den erzählenden Darstellungen den 
Goldgrund. Die Farbe ist kräftig, das Bindemittel Öl. Der 
Meister einer ügureureichen Kreuzigung in der Sakristei des Doms 
Zu Graz hatte wahrscheinlich in Oberitalien gelernt: Christus und 
die Schächer verraten eine ungewöhnlich gute Kenntnis des 
Nackten; andere Gestalten aus der Zuschauergruppe sind bestimmt 
als Porträts individualisiert. Die Technik i.st Tempera, die Zieraten 
sind plastisch aufgetragen. Auf einer Fahne steht die Jahreszahl 
1475. Ein oberdeutscher Maler, der aus Italien zurückkehrte, 
dürfte es auch gewesen sein, der etwa 25 Jahre später das grosse 
Wandbild an der Südseite des Doms zu Graz malte. Oben die 
heilige Dreifaltigkeit in drei gleichgestalteten Personen, von welchen 
Strahlen des Zorns, Krieg, Pest und Hungersnot ausgehen. Maria 
und Johannes links und rechts mit dem heiligen Hofstaat. Ab- 
geschlossen wird dieser Teil des Bildes durch die zwiefache Dar- 
stellung der Dionysischen Engelshierarchie. Die zweite Abteilung 
führt die christliche Gesellschaft vor; den Mittelpunkt bildet der 
Papst zwischen Franziskus und Dominikus. Die unterste Abteilung 
des Bildes, in der Art einer Altarstaifel, zeigt die Erfüllung des 
göttlichen Strafgerichts: Die Heuschreckenplage, die Herrschaft 
der Türken, die Verheerung durch die Pest. Die Inschrift führt 
1480 als jenes unheilvolle Jahr an, kurz darauf ist das Bild aus- 
geführt. Ganz unter niederrheinischem Einflusses stehend ist die 
Madonna im Rosengarten in der deutschen Ordenskirche zu Graz, 
gestiftet 1490. Ungefähr gleichzeitig ist ein Flügelaltar in Köflach 
mit dem Stifter und seiner Gemahlin, wohl von einem einheimischen 
Künstler. Von einem einheimischen Meister ist auch das Stadt- 
richterbild im Grazer Stadthause von 1478. Die städtische Gerichts- 
behörde ist amtierend dargestellt, im Hintergrunds eine Darstellung 
des Jüngsten Gerichts. Die Köpfe der Gerichtsbeamten scheinen 
eigentliche Porträts zu sein; der Maler hatte wohl oberrheinische 
Einflüsse erfahren; ebenso der Maler eines Votivbildes des Jörg 
Rottal, Freiherrn von Talberg, um 1505 (Graz, landschaftliche Gre- 
mäldegalerie). Es stellt Maria mit dem Kinde, umgeben von der 
heiligen Katharina und der heiligen Barbara, dann zwei anderen 
Frauen dar. Die eckigen, mageren Formen und anderes weisen 
auf den Einfluss Schongauers hin.  Die Kirche St. Marein hat 
Pßißhe, zum Teil phantastische Gewölbmalereien von 1463. 
Salzburg und Tirol. S alzb urg hatte eine gefestigte künstlerische 
Überlieferung, aber der geistliche Hofhalt zog auch Künstler aus 
der Fremde herbei. Die aus dem Salzburgischen stammenden Mal- 
Werke sind bereits bei Gelegenheit der oberbayrischen und 
wlenerischen Schule erwähnt. Die Pfarrkirche in Hallstatt ent- 
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