Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1320331
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1321842
122 
Zeit. 
Spätgotische 
Den bedeutendsten Schatz an Gemälden der älteren deutschen 
Schulen enthält die Alte Pinakothek zu München. Eine freie 
Wiederholung der Meister Stephan von Köln (vergl. Niederrhein) 
zugeschriebenen stehenden Madonna mit dem Veilchen befindet 
sich daselbst unter Nr. 5. Von dem ebenfalls Meister Stephan 
zugewiesenen grossen Altarwerke, welches vermutlich von der 
Familie Muschel-Metternich in die Laurentius-Pfarrkirche in Köln 
gestiftet wurde, besitzt die Pinakothek die Aussenseiten der Flügel- 
bilder (Nr. 3 und 4), je drei Heilige darstellend, welche, wie vor 
allem der heilige Quirinus im Ritterkostüm, durchaus der heiligen 
Gesellschaft der Kölner Dombilder angehören. Das grosse Altarwerk 
aus der Kirche der Benediktinerabtei in Heisterbach (Pinakothek 
9-18) zeigt auf den in München befindlichen Flügelbildern teils 
Apostelfiguren, teils Szenen aus dem Leben Christi und der lllaria. 
Die Gemälde sind von ungleicher Güte und können aus der Schule 
Meister Stephans stammen. Die gemeine Gesichtsbildung, nament- 
lich die knollige Bildung der Nase hängt offenbar mit einem 
unklaren Gefühl für Naturwahrheit zusammen. Vom Kölnischen 
Meister des llfarienlebens (vergl. Niederrhein) stammt ein Cyklus 
von Gemälden (Pinakothek Nr. 22-29), welche sich ehemals in 
der St. Ursulakirche in Köln befanden. Es sind Darstellungen 
aus dem Marienleben: Joachim und Anna an der Goldenen Pforte, 
Geburt Maria, Tempelgang Maria, Vermahlung der heiligen Jung- 
frau mit Joseph, Verkündigung, Heimsuchung, Himmelfahrt Maria, 
unten die Apostel. Die Gemälde schmückten, mit einem in London 
beündlichen, die Innenseiten zweier Flügel, welche aussen die 
Kreuzigung und die Krönung Maria enthielten.  Nr. 29 giebt 
die Krönung Mariä. durch Gottvater und Christus. Die Vorbilder 
für die schlanken Gestalten von zartem, fast weiblichem Charakter 
sind etwa bei Dirick Bouts zu suchen. Der Künstler liebt reich 
entwickelte Landschaften und sorgsam ausgeführte xBaulichkeiten, 
ohne jedoch den Goldgrnnd aufzugeben. Verwandter Art sind 
auch die übrigen Bilder des Meisters: die Anbetung der Magier 
(Pinakothek Nr. 30) und ein Triptychon (ebendort Nr. 81-33), 
welches in den grösseren Tafeln je drei Apostel und Johannes 
Baptist zu einer Gruppe vereinigt in halber Lebensgrösse darstellt, 
während aussen die Verkündigung und die Geburt Christi erscheinen. 
Die Tafeln Nr. 34-40 der Pinakothek gehören in den Kreis des 
Meisters des Marienlebens oder stehen doch seiner Art nahe: 
Nr. 34. Christus am Kreuz, Maria, Johannes, Heilige und Stifter 
von 1466, stammt aus der St. Ursulakirche in Köln; Nr. 35 die 
Heiligen Kunibert und Hieronymus, auf der Rückseite die Ver- 
kündigung; Nr. 36 Maria mit dem Kinde auf der Mondsichel 
sitzend; Nr. 37 der heilige Jakobus; Nr. 38 St. Antonius der Abt;
        

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