Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1320331
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1321833
Wand- 
und Tafelmalerei. 
Oberbayern. 
121 
Am Triumphbogen an der Innenseite der Tod Maria, an der 
Vorderseite die klugen und thörichten Jungfrauen. Es sind fast 
nur kolorierte Skizzen und können erst nach 1484 entstanden sein. 
Ahnlich sind die Bilder an der Aussenseite der Hofkirche in 
Blutenburg, Szenen der Passion und der Auferstehung. Den 
Chor der Kirche von M elb ertshofen hat ein Münchener Meister 
etwa um 1500 mit Wandbildern geschmückt: in der Mitte das 
Bild der Dreieinigkeit, rings um das Sakramentshaus den Manna- 
regen und den Felsenquell und am Triumphbogen die "Werke der 
Barmherzigkeit. Der gleichen Zeit gehören die Wandbilder eines 
Hauses in der Praunergasse in München an, jetzt im National- 
museum. Es sind Szenen aus dem Leben und Leiden des Heilands, 
edel im Entwurf. Die Bilder in der Pfarrkirche zu Tölz bestehen 
aus Pflanzenornamenten an den Kappen des Gewölbes, deren Blumen 
in Enge1- und Heiligenfigürchen auswachsen, und einem grossen 
Bilde in einem Spitzbogenfelde hinter dem Hochaltar. Oben eine 
Maria mit vielen Heiligen zur Seite, unterhalb die heilige Anna 
selbdritt, der heilige Sebastian, der heilige J akobus und der Stifter. 
Das Gemälde ist etwa 1520 entstanden. Die Porträts verraten 
schon italienischen Einfluss.  Die Nationalgalerie in München 
bewahrt in Saal IV. Nr. 10 den grossen Flügelaltar von 1429 
aus der Franziskanerkirche in Bamberg. Der Meister zeigt ein 
Schwanken zwischen dem Idealismus der altkölnischen Schule und 
seinem eigenen rauben, aber gesundem Naturell. In dem Mittelbild 
ist die Kreuzigung dargestellt, auf den inneren Seiten der Flügel 
die Kreuzschleppung und Kreuzabnahme, auf den äusseren die 
Verspottung Christi und ein Ecce homo. Die Farbe, die sich vom 
Goldgrund abhebt, ist schwer, die Technik ist Tempera. Die Bilder 
an den Aussenseiten der Flügel sind wohl von Gesellenhand. Das 
Epitaphbild der 1443 verstorbenen Gerhaus Ferin, Klosterfrau zum 
heiligen Grabe in Bamberg (Nationalmuseum Saal IV Nr. 12), 
ist steif in der Haltung, ungeschickt in den Formen. Ebendort 
(Saal VIII Nr. 14) befindet sich ein Tafelgemälde von Hans Pleyden- 
warf?" (vergl. Mittelfranken) von etwa 1470. Auf der Innenseite 
des Altariiügels ist die Geburt Christi, auf der Aussenseite der 
Erzengel Gabriel aus der Verkündigungsszene dargestellt. Saal VII 
Nr. 10 und 11, Johannes Ev. den vergifteten Kelch segnend und 
die Taufe Christi, sind Werke Bernhard Strigels (vergl. bayrisch. 
Schwaben). Von Peter Kaltcnhof stammt eine bemalte Holzdecke 
aus der Zunftstube des Weberhauses in Augsburg, jetzt in 
SaalV des Bayrischen Nationalmuseums. Sie ist 1457 entstanden, 
jedoch 1538 und dann wieder 1601 übermalt. Die Decke ist durch 
Leisten in schmale Streifen geteilt, auf diesen sind biblische Ge- 
schichten in kleinen Figuren und Inschriften gemalt.
        

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