Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1320331
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1321713
Wand- 
und Tafelmalerei. 
Schweiz. 
Bayern. 
109 
Schongauers und der niederrheinischen Kunst. Das erste datierte 
Werk Holbeins von 1493 sind zwei Flügel eines Altars, die er für 
die Reichsabtei Weingarten malte, jetzt in vier Tafeln zerschnitten 
im Dom zu Augsburg: Joachims Opfer, Mariä Geburt und Tempel- 
gang und die Darstellung Christi im Tempel. Es sind schöne 
Frauengestalten und ausdrucksvolle Männerköpfe dargestellt. Diesem 
verwandt ist ein Altar, dessen Hauptteils sich in der bischöflichen 
Residenz Eichstadt und in Basel befinden. Gegen Ende des 
15. Jahrhunderts begann Holbeins Thätigkeit für das Katharinen- 
kloster in Augsburg. Zuerst die Passion Christi, eine Votivtafel 
in elf Abteilungen, jetzt in der Galerie zu Augsburg Nr. 87, 1499 
gestiftet. ]m oberen Bogenausschnitt die Krönung Marias; sie 
kniet zwischen Gottvater und Christus. Darunter, obere Reihe: 
die Geisselung, die Dornenkrönung, die Handwaschung des Pilatus; 
untere Reihe: Christus am Ölberg, die Kreuzigung, die Kreuz- 
tragung, Veronika mit dem Schweisstuch. Ganz unten knieen die 
drei Schwestern Vetter. Der Grund ist dunkel. Die Ausführung 
ist handwerklich. Besser ist die gleichzeitig gemalte Basilika von 
St. Maria Maggiore in Rom (Augsburger Galerie Nr. 16-18). Es 
sollten im Kloster die sieben Hauptkirchen Roms auf sechs Tafeln 
dargestellt werden; der Auftrag erfolgte 1496. Es sind keine 
eigentlichen Architekturbilder, sondern es sind die wichtigsten 
Ereignisse der Legende des Titelheiligen gegeben. In St. llrIaria 
Maggiore sieht man im Mittelfeld das Innere einer Kirche, auf 
den Seitenfeldern die Verehrung des Christkindes durch Maria 
und das Martyrium der heiligen Dorothee; im oberen Bogenfelde 
die Krönung Maria und musizierende Engel. Von den Passions- 
.folgen Holbeins sind in der Augsburger Galerie nur drei Dar- 
stellungen (Nr. 683-685), Christus am Kreuze, Kreuzabnahme und 
Grablegung, erhalten, aber es sind schwache Werkstattbilder einer 
späteren Periode. Noch im Jahre 1502 entstand das Votivbild der 
Familie Walther für den Kreuzgang des Katharinenklosters (Augs- 
burger Galerie Nr. 84-86) mit der Verklärung Christi, der Speisung 
der 5000, der Heilung des Besessenen und der zahlreichen Stifter- 
familie. Das Werk ist schwach in der Ausführung. Kurz nachher 
entstand im Kloster das zweite Basilikenbild, San Paolo (Augsburger 
Galerie Nr. 25 u. 26). Das mittlere Feld zeigt wieder das Innere 
der Basilika, wo der heilige Paulus predigt; auf den Seitenfeldern 
ist die Taufe und die Bestattung des heiligen Paulus, im Bogen 
über dem Hauptfeld die Verspottung Christi dargestellt. In der 
Taufe des heiligen Paulus erscheint der Künstler selbst mit seinen 
beiden Knaben, vermutlich auch mit seiner Frau. Die Flügel eines 
für das Cisterciensernonnenkloster in Oberschönfßld bestimmten 
Altars (Augsburger Galerie Nr. 9 u. 10), die Verkündigung und
        

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