Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1320331
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1321619
Tafelmalerei. 
Hessen. 
Grossherzogtum 
99 
Mittelbild zeigt in einer Landschaft auf goldenem Grunde die auf 
einer Mondsichel stehende Maria mit dem Kinde, zur Rechten den 
Erzengel Michael, zur Linken den heiligen Hieronymus. Auf den 
Innenseiten der Flügel in zwei Reihen übereinander, zu je dreien 
die Apostel; auf den Anssenseiten die Verkündigung und der 
seelenwägende Erzengel Michael. Einzelne Gestalten sind nach 
Stichen alter Meister gemalt, aber in vortreiflicher Weise. In der 
Pfarrkirche zu Schotten in Oberhessen befindet sich ein Altar- 
"gemälde in der Sakristei: Zwölf Szenen aus der heiligen Geschichte 
auf Goldgrund, ausgezeichnet und wohl aus dem 15. Jahrhundert 
stammend. Ein Altarbild, aus einer Haupttafel und zwei Flügeln 
bestehend, aus der Pfarrkirche zu Ortenberg stammend, befindet 
sich jetzt im Museum zu Darmstadt. Das Hauptbild stellt 
Maria mit dem Christuskinde in der Mitte von Heiligen vor; die 
heilige Anna und Agnes einerseits, die heilige Elisabeth, Johannes 
Baptist und die heilige Barbara anderseits bilden zu den Füssen 
der heiligen Jungfrau eine knieende chön erfundene Gruppe. In 
dem ersten Flügelbild kniet die Jungfrau vor dem von einer Glorie 
umgebenen Christuskinde, Joseph steht dahinter, oben singen Engel. 
Das andere Flügelbild bringt die Anbetung der heiligen drei 
Könige. Der Gesichtsausdruck ist edel, die Haltung schön bewegt; 
der "Himmel hat Goldgrund. Das Werk kann von einem mittel- 
rheinischen Meister herrühren und darf etwa in das erste Viertel 
des 15. Jahrhunderts gesetzt werden. Die Friedhofskapelle in 
Dietesheim (Kreis Oiienbach) bewahrt einen Heiligtumschrein, 
etwa aus der Mitte des 15. Jahrhunderts, dessen Flügel auf den 
Innenseiten in Temperafarben bemalt sind. Es sind die Apostel 
Petrus und Paulus dargestellt mit typischen Köpfen und breitem 
Faltenwurf, in mittelmässiger Ausführung. Der Aufsatz des Hoch- 
altars aus der Stadtkirche in Friedberg, ein grosses Triptychon 
mit Malereien, befindet sich jetzt im Museum zu Darmstadt. 
Die mittlere Haupttafel trägt noch zwei giebelförmige Tafeln, 
denen entsprechend auch die Flügel mit bemalten Giebelaufsätzen 
versehen waren. Die Bilder sind in Tempera von verschiedenen 
Händen gemalt. Die Haupttafel stellt im unteren Felde die 
Kreuzigung und sechs Apostel in halber Lebensgrösse auf Gold- 
grund dar, während die oberen, niedrigeren Felder sechs Brust- 
bilder enthalten. Die Innenseiten der Flügel zeigen die Gestalten 
der übrigen Apostel. Der vortrefflich ausgeführte Altar ist un- 
zweifelhaft rheinische Arbeit und mag kurz nach der Mitte des 
15. Jahrhunderts entstanden sein. Die übrigen mittelmässigen 
Bilder des Altars stellen Szenen aus dem Leben der Maria dar.  
Die städtische Galerie in Mainz enthält vom Meister des heiligen 
Bwtholomäus (vergl. Niederrhein) unter Nr. 322 einen Altarflügel 
 7„
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.