Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Renaissance
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1319981
zierlichen Formen schon 1530 an dem Georgshau des Schlosses 
zu Dresden aus, wie denn vom sächsischen Fürstenhofe nun- 
mehr eine energische Förderung der Renaissance sich vorbereitet. 
Denn mit 1532 sind die frühesten Arbeiten an dem Schlosse zu 
Torgau bezeichnet, und 1533 lesen wir an dem eleganten 
Treppenbau zu Dessau. Von demselben Jahre datirt der ener- 
gische Portalbau des Schlosses zu Liegnitz, der sich freilich 
als Werk niederländischer Künstler zu erkennen giebt. Der ein- 
heimischen Schule dagegen gehören die freilich nur in spärlichen 
Ueberresten erhaltenen Theile des seit 1538 aufgeführten Schlosses 
von Berlin. 
Unterdess war man auch in Süddeutschland nicht müssig 
gewesen, hatte aber mehr als im Norden sich noch auf italienische 
Kräfte gestützt. Das elegante Schloss zu Spital in Karnthen, 
das um 1530 entstanden sein wird, ist durchaus italienischen Ur- 
sprungs. Dasselbe gilt vom Belvedere zu Prag, das seit 1536 
errichtet wurde. Ebenso waren es italienische Künstler, welche 
seit 1536 die Residenz in Landshut auiführten und mit Fresken 
und Stuckaturen im Sinn der römischen Schule schmückten. Da- 
gegen sind die freilich nicht so erheblichen Bauten am Schloss 
zu Tübingen, vom J. 1537, von Einheimischen im völlig deutschen 
Gepräge durchgeführt.  
Inzwischen treten auch die bürgerlichen Kreise der Renais- 
sance näher. Besonders früh geschieht es im Elsass, wo das 
Rathhaus zu Ober-Ehnheim mit 1523 bezeichnet ist, das von 
Ensisheim die Jahrzahl 1535, und ein freskengeschmücktes Haus in 
Colmar das Datum 1538 trägt. In Nürnberg gehört das Tucherhaus 
von 1533 zu den frühesten dieser Werke, in denen die Renais- 
sance noch stark mit gothischen Reminiscenzen durchsetzt ist. 
Ein Meisterstück edler und verständnissvoller Auffassung des 
neuen Stils bietet dagegen der Saal im Hirschvogelhause vom 
J. 1534. Nicht minder vollendet ist der Vorbau mit Balkon und 
Treppe, welchen die Stadt Görlitz 1537 ihrem Rathhause vor- 
legen liess. 
Das folgende Decennium bringt uns nur wenige neue Daten; 
aber es gehören dahin die Bauten, mit welchen Kurfürst Friedrich II 
seit 1 545 das Schloss zu Heide lb er g schmückt, sowie die gleichzeitig 
unter Otto Heinrich ausgeführten Theile des Schlosses zu Neu- 
burg. Sodann entsteht seit 1547 der grossartige innere Hof des 
Schlosses zu Dre sden mit seinen vier prachtvollen Stiegenhäusern 
und seiner Loggia, von einem deutschen Meister, aber mit Bei- 
hülfe italienischer Werkleute errichtet. Eine völlig italienische 
Arbeit ist das zu gleicher Zeit (1547) entstandene Piastenschloss
        

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