Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Renaissance
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1319810
Erzbischofs, von zwei Greifen gehalten, den Abschluss. Alle 
Flächen sind mit köstlichen miniaturartig gearbeiteten Ornamen- 
ten der feinsten Frührenaissance bedekt. Besonders reizvoll der 
untere Fries mit Rankenwerk und Figürlichem von geistreicher 
Erfindung und Lebendigkeit. Das zweite Monument ist dem 1540 
gestorbenen Erzbischof Johann von Metzenhausen gewidmet. In 
der grossen Mittelnische die lebensvolle, meisterlich behandelte 
Gestalt des Verstorbenen; in den kleineren Seitennischen Petrus und 
Paulus. In der oberen Krönung Delphine, welche in Ranken aus- 
laufen, auf denen übermüthig spielende Putten reiten. Auf den 
Ecken zwei ritterliche Heilige, ganz oben Christus am Kreuz mit 
Maria und Johannes. Auch hier das architektonische Gerüst aufs 
Ueppigste mit Ornamenten bekleidet, die ein etwas derberes Relief, 
nicht die volle minutiöse Feinheit des oben erwähnten Monuments 
zeigen. Die Nischen sind in ähnlicher Weise goldschmiedartig 
gesäumt, wie jenes Denkmal in Boppard; aber das Figürliche ist 
hier dem dortigen weit überlegen. Wiederum später, dabei eins 
der prächtigsten und reichsten Werke seiner Art, ist die Kanzel, 
an welcher die überschwängliche Decorationslust des reif ausge- 
bildeten, schon zum Barocken neigenden Stils zur Entfaltung 
kommt. 
Der Erzbischöfliche Palast, der sich an die gewaltige antike 
Basilica lehnt, zeigt derbe Barockportale und im zweiten Hofe eine 
einfach, aber stattlich angelegte Wendeltreppe auf dreifacher 
Säulenstellung. Das Ganze nicht hervorragend. Ebenso wenig 
können die Bürgerhäuser am Markt mit ihren Barockgiebeln 
Anspruch auf Bedeutung machen.  
In Zell an der Mosel sieht man ein kleines malerisches Jagd- 
schlösschen, 1542 von Ludwig von Hagen, Erzbischof von Trier, er- 
baut, das durch seine runden Erkerthürme und ein naives Gemisch 
von gothischen und Renaissanceformen anziehend wirkt. Auch im 
Innern zeigen die Wölbungen noch ein Zurückgreifen zu mittelalter- 
lichen Elementen. Zu Bittburg ist der Kobenhof ein zierlicher 
Bau späterer Renaissance von 1576, doch nur theilweis erhalten. 
Sobernheim besitzt ein stattliches schlossartiges Gebäude des 
ausgebildeten Stiles, durch kräftig facettirte Quader und Illßlelisohen 
Erkerthurm bemerkenswerth. 
Manches Andre mag noch in den Gegenden der Mosel und 
des benachbarten Rheingebietes einer genauen Lokaluntersuchung 
harren. Werthvolle Notizen in den fieissigen Aufzeichnungen von 
Kuglefs Rheinreise 1), auf die ich hier nur hinweisen will. Im 
Schriften 
Kugler, Kleine 
60x:
        

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