Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Renaissance
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1319716
Kap. xvn. 
Binnenländer. 
nordwestlichen 
Die 
937 
Verbindung steht. Diese Portale sammt dem Spanischen Bau 
gehören derselben Epoche, etwa um 1600, an. Die niederländische 
Spätrenaissance mit ihren Backsteinmassen und den hohen in 
Sandstein ausgeführten Fenstern herrscht hier. Das Erdgeschoss 
aber ist in kraftvoller Rustica aus Quadern mit horizontalen 
Bändern errichtet. In der Mitte öffnet sich die Facade mit fünf 
offenen Bögen, die in eine Halle mit gothischen Kreuzgewölben 
führen. Ein Portal an der Seite zeigt ein prächtiges Gitter von 
Schmiedeisen; auch die kraftvollen Eisengitter der Fenster an 
der Südseite des Baues sind beachtenswerth. Die Mitte der 
Facade krönt ein hoher und breiter Barockgiebel mit Schweifen 
und Voluten. Alles das ist derb, einfach, kraftvoll. 
Im Innern enthält dieser Bau im Erdgeschoss ein Zimmer 
mit elegant geschnitztem Wandgetäfel, durch kannelirte ionische 
Pilaster gegliedert, und mit reich dekorirten Friesen abgeschlossen. 
Die Decken sind überall durch gothische Kreuzgewölbe mit 
schönen Schlusssteinen gebildet. Eine Wendeltreppe führt ins 
obere Geschoss, wo ein Saal mit einer eleganten Stuckdecke von 
1644 geschmückt ist. An der westlichen Rückseite des ausge- 
dehnten Baues führt ein besondrer Eingang zu einer der pracht- 
vollsten, ganz in Holz geschnitzten Wendeltreppen; vielleicht die 
eleganteste von allen noch vorhandenen! 
Von städtischen Monumenten ist ausserdem nur etwa noch 
das Zeughaus zu nennen, ein schlichter Backsteinbau derselben 
Epoche, durch zwei einfache Staffelgiebel und ein reiches Sßllcll 
stark barockes Portal in Sandstein bemerkenswerth. An der 
Seitenfacade ein achteckiger Treppenthurm, oben mit llübscllenl 
Wappen decorirt. 
Die Wohnhäuser unsrer Epoche stehen in Köln durchaus 
nicht im Verhaltniss zur Bedeutung des Bürgerthums der mach- 
tigen Stadt. Das Wenige von früherem Datum ist ohne Schmuck 
und künstlerische Eigenthümliehkeit; die spärlichen rewhenijn 
Bauten gehören schon dem Barocco an. Zuerst behalten dle 
hohen Giebelfacaden mit ihren von Fenstern ganz durchbrochenen 
Geschossen noch den Charakter des Mittelalters, namentlich die 
Fenster mit den steinernen Kreuzpfosten und die Schlichten 
Staifelgiebel, deren Absätze höchstens durch leichte Voluten- oder 
Bogenabschlüsse bekrönt werden. So das 110116 Eßkllallß am 
Heumarkt und dem Seidmachergassehen. Ein stattlicher Giebel 
mit kräftig ausgebildeten Voluten Heumarkt N0. 24. Reich ge- 
schnitzt der Balken zum Aufwinden der Lasten in der oberen 
Dachluke. Solche hübsch decorirte Balken finden sich noch an 
manchen Häusern. Ausnahmsweise mit hübsch ornamentirten
        

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