Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Renaissance
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1319702
936 
III. 
B uch. 
Deutschland. 
Renaissance 
Mittelbau zu dreien gruppirt. Die Bogenzwickel haben hier Vic- 
torien, im Uebrigen mancherlei Ornament. Den Abschluss bildet 
eine Balustrade, in der Mitte mit hübscher Akanthusranke ge- 
füllt; darüber derselbe runde Aufsatz, wie am vorigen Projekt. 
Der fünfte Entwurf, in zwei Varianten vorhanden, ist der 
zur Ausführung angenommene. Die eine zeigt genau die An- 
ordnung des wirklich errichteten Baues, die andere wahrscheinlich 
zuerst vorgelegte mit 1571 bezeichnetl) bietet mehrere interessante, 
Abweichungen. Erstlich hat der Entwurf drei Dacherker, die 
seitlichen rund, der mittlere mit Giebel geschlossen. Bei der 
endgültigen Redaction hat man die seitlichen Aufsätze fortgelassen, 
die Balustraden und ebenso das Consolengesims kräftiger ausge- 
bildet, die oberen Säulen gegürtet und den oberen Schafttheil 
kannelirt, die Bögen oben und unten abwechselnd mit eleganten 
Sehlusssteinen ausgestattet, während der erste Entwurf dieselben 
unten gar nicht, oben dagegen überall zeigt. Auch die Anordnung 
der Karyatiden am Dachgiebel ist abweichend, und jener ursprüng- 
lich organischer. 
Im Ganzen wird man zugestehen müssen, dass die Kölner 
Stadtbehörde in der Auswahl richtiges Verständniss und glück- 
lichen Griff bekundet hat, was von modernen städtischen Collegien 
in ähnlichen Fällen nicht immer behauptet werden kann.  
Die übrigen Theile des Rathhauses, soweit sie unsrer Betrach- 
tung anheimfallen, sind nicht von gleicher Bedeutung. Doch be- 
wahrt der grosse Saal herrliche Holzarbeiten mit schöner Intarsia, 
1603 von Melchior Reidt hergestellt. Besonders die Thür ist ein 
Prachtstück von Zeichnung und Ausführung, selbst die tiefe 
Laibung der Nische ganz mit köstlich eingelegter Arbeit ge- 
schmückt. Auch die Decke zeigt tretfliche Gliederung in Stuck, 
mit eingesetzten Kaisermedaillons, zum Theil vergoldet und be- 
malt. Ebenso ist die Thür des Conferenzzimmers, aus dem Zeug- 
hause hierher versetzt, eins der elegantesten Werke der Intarsia, 
aus derselben Zeit her-rührend, die Ornamente im Blech- und 
Schweifstil des beginnenden Barocco ausgeführt. 
Dieser Schlussepoche gehört nun auch der sogenannte "Spa- 
nische Bau." Er liegt dem Hauptbau des Rathhauses mit der 
nach Westen schauenden Halle gegenüber und schliesst mit ihm 
den kleinen Platz ein, welcher sich als Mittelpunkt der ganzen 
Anlage darstellt und auf der nördlichen wie südlichen Seite 
durch kräftige Barockportale mit den benachbarten Strassen in 
L 
 Dies späte Datum ist, 
rung war, auffallend. 
da. damals 
der 
Bau 
in 
schon 
voller Ausfüh-
        

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