Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Renaissance
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1319624
928 
III. 
Buch. 
Renaissance in Deutschland. 
seines Schutzpatrons, des h. Antonius. Gleich daneben ein andres 
kleines Grabdenkmal ähnlicher Art, reich mit Pflanzenornament 
in' den Pilastern, welche die Tafel einfassen. Als Abschluss ein 
Giebel mit Muschelfüllung, krönendes Laubwerk und Engel mit 
den Marterwerkzeugen, im Hauptfelde Christus am Oelberg betend. 
Die Ornamente vergoldet. Dabei Namenszug und Steinrnetzzeichen 
des Meisters. 1) Dieselbe Hand, obendrein beglaubigt durch das näm- 
liche Mcnogu-amm, findet sich am südlichen Ende des Umgangs 
in dem Denkmal des Hans Scherrerbritzem. Die Behandlung der 
Pilaster ist dieselbe, nur die Kapitale zeigen eine Variation, auch 
tragen sie hier einen Bogen als Abschluss, der mit freiem Orna- 
ment bekrönt ist. Auf der Tafel das edel behandelte Relief des 
Gekreuzigten, der von den heiligen Frauen und Johannes betrauert 
wird. Die Formen deuten auf die Zeit um 1540. 
Interessant ist nun, dass man demselben Meister mit dem 
gleichen Monogramm an dem hübschen kleinen Epitaphium begeg- 
net, welches an der Südwand in der Vorhalle von S. Gereon dem 
1547 gestorbenen Grafen Thomas von Rieneck errichtet wurde. 
Statt des figürlichen Reliefs enthält die Tafel nur eine Inschrift, 
aber eingerahmt rings von zierlich behandelten Wappen; darüber 
ein Aufsatz mit einem grösseren Wappen, wiederum bekrönt von 
einem Giebel mit Muschelfüllung, auf welchem, von Laubwerk 
eingefasst, ein jetzt zerstörter Putto zwei kleinere Wappen hält. 
Das Ganze polychromirt und von decorativem Reiz. (Gegenüber, 
an der Nordwand, dürftige Reste eines ähnlich behandelten Epi- 
taphs, durch eine spätere Inschrifttafel verdrängt). 
Aus gleicher Epoche rührt im Kreuzgang des Stadt. Mu- 
seums das herrliche kleine Grabmal des 1551 verstorbenen Dr. 
juris Petrus Clapis, alias Breitstein, wie die Inschrift ihn nennt: 
ein Werk von delikatester Ausführung, mit feinem Ranken- und 
Laubornament und zwei trefflich gearbeiteten Wappen geschmückt. 
Daneben ein andres von minder zarter Behandlung, aber unten 
mit einem Fries von Putten decorirt, die in schwellend weichem 
Relief ausgeführt sind. Einige prachtvolle Kamine ebendort ge- 
hören bereits der vorgeschrittenen Epoche an. 
Noch einiges aus der Frühzeit in S. Georg. Das Portal der 
Südseite originell componirt, mit Anschluss an romanische Grund- 
formen (1536). Besonders aber im Chor das Sakramentsge- 
hause vom J. 1556, in schlankem Aufbau mit dekorirten Pilastern, 
Candelabersaulchen, in Friesen und allen übrigen Flächen mit 
, 1) Dieser tüchtige Künstler 
sich 
bezeichnet 
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