Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Renaissance
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1319199
bei näherer Betrachtung erkennt man in dem üppigen Schwulst 
der Formen und in der stumpfen Behandlung eine Arbeit der 
Spätzeit, die durch das Datum 1663 bezeichnet wird. Trotz der 
geringen Ausführung ist aber das Ganze von hohem malerischen 
Reiz. Derselben Zeit gehört wahrscheinlich im Innern der grosse 
Vorsaal, dessen schlichte Holzdecke auf geschnitzten Säulen von 
spielender spätbarocker Form ruht. Zwei hübsche messingene 
Kronleuchter schmücken den Raum. 
Ein origineller, bei aller Einfachheit malerisch wirkender 
Bau der Frührenaissance ist sodann der Petershof, nördlich von 
der Liebfrauenkirche gelegen. Ungefähr in der Mitte des langen 
Flügels ein viereckig vorspringendes Treppenhaus mit einem 
Portal von 1552, erbaut von Sigismund Erzbischof von Magdeburg, 
Administrator von Halberstadt, Markgraf von Brandenburg etc. 
wie die Inschrift meldet. Die Behandlung der Formen schwankt 
noch zwischen Gothik und spielender Frührenaissance. Aehnlich 
der links daneben von unten herausgebaute Erker. Auch die 
Wendeltreppe ist mit gothischen Kehlen und Stäben gegliedert. 
Aus derselben Zeit im Innern des Erdgeschosses, das durch statt- 
liche Gewölbe ausgezeichnet ist, im Zimmer zur Linken ein Stein- 
portal derselben Frühzeit von reicherer ornamentaler Ausbildung. 
Auch die beiden prachtvollen Thürschlösser sind beachtenswerth. 
Dagegen rührt aus der Spätepoche das jetzige Steueramt, 
gegenüber dem Rathhaus, inschriftlich von Herzog Julius zu 
Braunschweig, postulirtem Bischof von Halberstadt 1596 erbaut. 
Derb und schlicht, mit zwei hohen Stockwerken über dem Erd- 
geschoss, auf beiden Seitcn mit kräftig vorspringenden Eckrisaliten 
eingefasst, die von hohen Giebeln bekrönt werden, dazwischen 
am Mittelbau zwei Dacherker, sämmtliche Giebel mit derben 
Rustikapilastern und barocken Aufsätzen dekorirt, dazu endlich 
ein ähnlich behandeltes Portal mit Freitreppe, VQII ZWEI Statuen 
in Nischen flankirt. 
Endlich ist das langgestreckte einstöckige Gebäude am Dom- 
platz als ein Werk derselben Spätzeit hier zu erwahnen._ Im 
Erdgeschoss eine kraftvoll behandelte Bogenhallö auf Pfßllerll, 
an den Bogenzwickeln prächtige, zum Theil schon stark überladene 
Wappen, das obere Geschoss in einfach aber Zierllßh behandeltem 
Holzbau.
        

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