Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Renaissance
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1319108
876 
Buch. 
III. 
Deutschland. 
Renaissance 
die Pfosten mit linearen und figürlichen Ornamenten geschmückt. 
In verwandter Weise ist das Haus Küchenstrasse No. 11 vom 
Jahre 1623 behandelt. Am Südklint 21 ein schönes Beispiel 
dieser späteren Behandlungsweise mit imitirten Arkaden an den 
Pfosten und hübschem Rankenwerk an den Fensterbrüstungen. 
Aehnlich das kleine Haus am Backerklint vom Jahre 1630. Eins 
der spätesten von 1642 ist das grosse Haus Schützenstrasse 34, 
an allen Flächen mit hübschen Ranken dekorirt, die in Masken 
auslaufen. 
Der reine Holzbau nimmt aber in dieser Zeit überhaupt auf- 
fallend ab und theilt zunächst die Herrschaft mit dem Steinbau 
und zwar in der Weise, dass die Erdgeschosse mit ihren Por- 
talen und meist auch der erste Stock diesem anheim fallen, 
während die oberen Stockwerke den Holzbau beibehalten. Von 
solchen prächtigen Steinportalen ist schon mehrfach die Rede ge- 
wesen. Andere Beispiele .dieses gemischten Stiles haben sich 
noch mehrfach erhalten. Eins der prachtvollsten ist das grosse 
Eckhaus am Hagenmarkt 20, Erdgeschoss und erster Stock in 
Stein ausgeführt, mit stattlichem Barockportal, das an den Seiten 
Sitznischen und einfassende Hermen hat, die Fenster noch mit 
mittelalterlichen Rahmen, aber zugleich durch Perlschnürc ge- 
schmückt, der obere Stock in reichem Holzbau durchgeführt. 
Ein stattliches Beispiel derselben Art vom Jahre 1591 am Süd- 
klint N0. 15, wiederum beide Untergeschosse in Stein, mit zwei 
Bogenportalen, davon das eine facettirte Quaderumfassung mit 
Perlschnur und Herzblatt, das andere die reiche Form mit Seiten- 
nischen, Hermen und Masken, dabei die Inschrift: „Nisi deus 
frustra." Aehnliche Inschrift: „Nisi dominus frustra" kehrt an 
einem eleganten Portal vom Jahre 1584 in der Gördelinger- 
strasse N0. 43 wieder, wo ebenfalls noch ein zweites einfacher 
behandeltes Portal für die Einfahrt vorkommt; wahrscheinlich 
von demselben Meister. 
Eins der grössten Prachtstücke ist das mächtige Haus am 
Backerklint N0. 4, wiederum in beiden unteren Geschossen aus 
Stein mit einem üppigen Barockportal, mit Masken, Hermen und 
schnörkelhaften Voluten, in den Zwickeln ungeschickte Victorien, 
der obere Aufsatz durch einen herausspringenden Löwen wunder- 
lich abgeschlossen. Es ist eine stillose Composition, überladen 
und unklar. Die oberen HOlZgGSGlIOSSGAÜppig dekorirt, die Ran- 
ken an den Schwellbalken und den Fensterbrüstungen in barocke 
Masken auslaufend. Ein derbes Werk derselben Zeit ist am 
Kohlmarkt N0. 2, Portal und Fenster mit Rustikaquadern einge- 
fasst, die abwechselnd das Sternornament zeigen. Auch das
        

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