Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Renaissance
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1318937
den baroekgesehweiften Giebeln der Dächer und der Daeherker. 
So wenig der Stil dieser Werke auf Reinheit Anspruch machen 
kann, so bedeutend wirken sie doch durch die malerische Com- 
position, den Reichthum und die Eleganz der Ausführung. 
Fürstliche Bauten. 
Bedeutende Werke der Renaissance sind nun auch von den 
Herzogen von Braunschweig-Wolfenbüttel zu verzeichnen. Der 
wilde Heinrich, der gesehworene Feind der Reformation, war 
freilich kein Mann der friedlichen Bestrebungen, der Förderung" 
von Kunst und Wissenschaft. Aber als er 1568, zuletzt noch zum 
Lutherthuin übergetreten, im hohen Alter starb, folgte ihm sein 
Sohn, der treifliche, friedfertige und gelehrte Herzog Julius, einer 
der besten Fürsten der Zeit, gleich dem Herzog Christoph von 
Würtemberg in der Schule der Leiden aufgewachsen. In jeder 
Weise bemüht den Wohlstand seines Landes zu fördern, Handel 
und Industrie zu heben, zog er fremde Handwerker in's Land, 
begabte sie mit besonderen Freiheiten, vergrösserte Wolfenbüttel 
durch die Anlage einer Juliusstadt, baute und verbesserte die 
Landstrassen, machte die Flüsse schiifbar und war ein so guter 
Haushalter, dass er bei seinem Tode (1589) vier Millionen im 
Staatsschatz hinterliess. Die Wissenschaften förderte er durch 
Gründung der Universität Helmstadt 1576. Sein Sohn Heinrich 
Julius (1589  1613) trat in die Fusstapfen seines Vaters, den 
er in gelehrter Bildung noch übertraf. Schon im zwölften Lebens- 
jahre übernahm er das Reetorat der Universität, wobei er durch 
lateinische Reden aus dem Stegreif seine Zeitgenossen in Er- 
staunen setzte. Das römische Recht führte er im Lande ein, die 
Wissenschaften pflegte er eifrig, besondre Gunst "wandte er der 
Entwickelung des Schauspiels zu, wie er denn bekanntlich selbst 
eine Anzahl von Tragödien und Komödien geschrieben hat!) 
Prachtliebend und baulustig wandte er auch den bildenden Kün- 
sten seine Theilnahme zu, ja zu mehreren von ihmiaufgeführten 
Schlössern soll er selbst die Zeichnungen entworfen haben. 
Unter seiner Regierung (von 1593 bis 1612) ist der gross- 
artige Bau entstanden, welcher ehemals in Helmstadt die Uni- 
versität aufnahm und noch jetzt als Juleum bezeichnet wird. 
Als Architekt ist in den Akten des Landesarchivs zu Wclfenbüttel 
Paul Franclre genannt, der schon unter Herzog Julius als Baumeister 
Vgl. 
oben_
        

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