Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Renaissance
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1318808
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III. 
Buch. 
Renaissance in Deutschland. 
delten Portal von 1562 sich den gleichzeitig entstandenen Theilen 
des Schlosses anreiht. Auch hier lassen die Gliederungen noch 
starke Reminiscenzen des Mittelalters erkennen. Durchschneidende 
Stäbe rahmen dieim gedrückten Korbbogen ausgeführte Wölbung 
ein, und zwei Nischen mit Sitzsteinen bilden die Seitenwand. 
Es ist ebenfalls eine Arbeit von geringer Bedeutung. 
 
XVI. 
Kapitel. 
Niedersachsen. 
Die niedersächsischen Lande, von denen ich nur die mittleren 
Gebiete zu gemeinsamer Betrachtung zusammen fasse, da die 
dazu gehörigen Küstenstriche schon oben dargestellt worden sind, 
bieten mancherlei Uebereinstimmendes in ihrer Aufnahme und 
Verarbeitung der Renaissance. Es handelt sich um jene ächt 
deutschen Provinzen, deren centraler G-ebirgsstock der waldreiche 
Harz mit seinen nördlichen und westlichen Ausläufern ist. Nörd- 
lich breiten sich die fruchtbaren, von sanften Hügelzügen durch- 
setzten Niederungen aus, in welchen eine Anzahl kräftiger Städte 
schon seit dem frühen Mittelalter zu selbständiger Bedeutung 
emporblühten. Westlich setzt der Lauf der Weser mit ihren an- 
muthigen, von Wald und Wiesengründen belebten Ufern unsrer 
Betrachtung ihre Gränze. 
Auf diesem Gebiete, das wir im engem Sinne als Nieder- 
sachsen bezeichnen, tritt die fürstliche Macht zur Zeit der Renais- 
sance keineswegs so tonangebend hervor wie in Thüringen und 
Obersachsen. Nur die herzoglichen Linien von Braunschweig 
machen sich durch künstlerische Unternehmungen bemerklich; 
allein ihre wichtigeren Werke (Celle, Wolfenbüttel, Helmstädt) 
gehören meistens erst in die Schlussepoche des Stils, Etwas er- 
heblicher kommt die geistliche Fürstengewalt hier zur Bethätigung; 
die Bischofssitze Halberstadt und Hildesheim bezeugen regen Eifer 
in Aufnahme der Renaissance. Durchgreifender und entscheidender 
ist Das, was die bürgerliche Baukunst der Städte hervorbringt; 
ja durch kraftvolle Ausbildung des altheimischen Holzbaues und 
lebensvolle Umgestaltung desselben im Sinn des neuen Stiles 
prägen sie ein echt nationales, volksthümliches Element der Con-
        

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