Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Renaissance
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1318785
844 
III. 
Buch. 
Renaissance in Deutschland. 
welche den Bau umgeben, sind das Beste. Ausserdem ist mir 
nur in der Schlossstrasse N0. 12 ein kleines hübsches Fachwerk- 
haus mit zierlichem Steinportal aufgefallen. 
Eine umfangreiche, aber ebenfalls künstlerisch wenig be- 
deutende Anlage ist das Schloss zu Bernburg. Auf einer ziem- 
lich steil gegen die Saale abfallenden Höhe gelegen, macht es 
von unten gesehen mit seinen gewaltigen Massen, den zahlreichen 
Giebeln und Thürmen einen imposanten und malerischen Ein- 
druck. Der Bau reicht zum Theil in's Mittelalter hinauf und ist 
dann im 16. und 17. Jahrhundert stark verändert und erweitert 
worden. Wenn man in den Schlosshof tritt, so hat man zur 
Seite rechts einen vorgeschobenen Bau mit mächtigem viereckigem 
Thurm, der im Anfang des 16. Jahrhunderts aufgesetzte Giebel 
erhalten hat, jedenfalls aber seinem Kerne nach aus dem Mittel- 
alter stammt. Zur Linken liegt die alte Schlosskapelle mit einem 
Portal von 1565, welches trotz dieses späten Datums noch halb 
gothisch mit durchschneidenden Stäben und dabei mit dürftigen 
Renaissanceformen ausgestattet ist. Der Hauptbau zieht sich in 
beträchtlicher Entfernung nordwärts hin, in zwei Stockwerken 
mit schlicht behandelten Fenstern und bekrönt mit Giebeln, 
welche die Form der Frührenaissance in ziemlich kunstloser 
Weise und in geringem Stuckmaterial zeigen. (Fig. 228). Links 
springt ein Seitenflügel vor, im 17. Jahrhundert (1682) mit einer 
Freitreppe, die am Hauptbau angelegt ist, und einer oberen, ehe- 
mals offenen Loggia auf toskanischen Säulen ausgestattet. Dieser 
Flügel endet mit einem breiten pavillonartigen Bau, der dmch 
aufgesetzte Giebel im Charakter des Hauptbaues sich malerisch 
darstellt. Die lange Front des letzteren wird durch zwei Erker, 
der eine auf Säulen, der andere auf Consolcn ruhend, etwas be- 
lebt. Ungefähr in der Mitte führt ein Portal zu einer Wendel- 
treppe, die indess nach aussen nicht hervor-tritt. Alle diese 
Theile gehören, sowie die oben erwähnte Kapelle zu den um 
1567 durch Fürst Joachim Ernst ausgeführten Bauten. Während 
der ganze Bau kunstlos in Backstein mit Stucküberzug errichtet 
ist, sind die Erker in rothem Sandstein mit Laubornament, Figuren 
von Tugenden und kräftig vorspringenden Köpfen in guter, wenn 
auch keineswegs hervorragender Arbeit geschmückt. 
Zur Rechten schliesst sich an den Hauptbau eine hölzerne 
Verbindungsbrücke nach dem sogenannten „ Eulenspiegel", dem 
ursprünglichen Donjon des Schlosses. Er ist rund, in primitiver 
Art aus Feldsteinen aufgemauert, mit späteren Gicbelaufsätzen 
versehen. An diesen schliesst sich rechts eine bis zum vorderen 
Eingang laufende Mauer, die den äusseren Vorhof vom innern
        

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