Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Renaissance
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1318558
Kap. 
Obersachsen. 
821 
Uebrigen herrscht grosse Einheit der Dekoration, und es ist er- 
staunlich, wie an einem so ausgedehnten Werk das dekorative 
Talent und. die Erfindungsgabe nimmer erlahmt. Dass man die 
Ausführung auf verschiedene Hände vertheilen musste, ist begreif- 
lich; manches ist von vorzüglicher Feinheit, nur das Figürliche 
zum Theil von geringerem Werth. Dass aber die Stadt neben 
den grossartigen Arbeiten in der Marktkirche noch ein solches 
Werk zu gleicher Zeit fördern konnte, ist ein schöner Beweis für 
ihren Monumentalsinn und wohl auch für ein besonders reges 
religiöses Leben. 
Merscburg. 
 Dieser uralte Bischofssitz bewahrt in dem mächtigen S chloss 
ein grossartiges Zeugniss der Fürsten, die hier residirt. Mit 
seinen drei Flügeln umfasst es einen weiten viereckigen Hofraum, 
dessen vierte nach Süden gelegene Seite der Dom begrenzt und 
Zwar derart, dass die westlichen Facaden des Schlosses und des 
Domes in derselben Flucht liegen!) 
Die nordwestliche Ecke des Schlosses ist von einem mit 
Bäumen bepflanzten Hof umgeben, um den sich kleinere Wirth- 
sehaftsgebäude gruppiren. Man betritt diesen Hof vom Domplatz 
aus durch ein stattliches Portal in kräftiger Bossagenarchitektur 
mit etwas barockem Aufsatz (das Merseburger Wappen von Löwen 
gehalten). Durch einen verhältnissmässig; kleinen Durchgang ge- 
langt man von da in den imposanten innern Schlosshof. Hier 
steht auch der alte schwarze Käfig, in welchem der historische 
Merseburger Rabe gefüttert wird. 
Vor den letzten Giebel der Westfacade legt sich ein schlan- 
ker hoher Treppenthurm, dessgleichen einer vor den mittleren 
Giebel der Nordfacade. Die letztere ist gegen den Schlossgarten 
gerichtet, in dessen Axe -ein stattlicher Colcnnadenbau aus späterer 
Zeit steht. Eine bepflanzte Terrasse mit prächtiger Aussicht liegt 
V0? der nach dem anmuthigen Saale-Thal blickenden Ostfagade, 
die im Verein mit den schlanken Thürrnen des Schlosses und der 
mittelalterlichen vierthürmigen Domkirche vom jenseitigen Fluss- 
ufer aus ein ungemein malerisches Bild gewahrt. 
Die Architektur des Aeussern wie auch des innern Schloss- 
hofes ist wesentlich bedingt durch die hohen Giebel, Welche 
Q Werthvolle Notizen 
Archltekt Ludwig Neher. 
über 
Vgl. 
das Nachfolgende 
Seemann's D. Ren. 
verdanke 
Heft 14. 
ich 
Herrn
        

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