Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Renaissance
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1318318
Kap 
Obersachsen. 
797 
Wieder ein anderes, mit faeettirten Quadern, Zahnsehnitten, Eier- 
stab und Gonsolensims gegliedert, in der Pfarrgasse, mit hübsch 
gesehnitzter Thür und eisernem Klopfer. 
Seitdem in Dresden die Renaissance zur Herrschaft gekommen 
war und durch den glänzenden Hofhalt der Fürsten die Stadt 
sich mit Prachtbauten schmückte, begann ein" durchgreifender 
Einfluss sich auf die benachbarten Städte geltend zu machen. 
In Meissen, diesem alten Sitz der Markgrafen, bietet zunächst der 
Dom in mehreren Denkmalen sehr frühe Beispiele der Renaissance. 
Unter den zahlreichen ehernen Grabplatten in der Begräbniss- 
kapelle der Fürsten zeigt die von 1510 datirte des deutschen 
Ordens-Hochmeisters Friedrich von Sachsen Motive des neuen 
Stils in den Ornamenten, am Rande Vasen mit Blumen, über dem 
Kopfe zwei Putten in Laubgewinden. Es ist wohl eine Nürn- 
berger Arbeit. In der Georgenkapelle ist die Reliefplatte des 
Herzogs Georg (T 1539) und seiner Gemahlin mit hübschen Orna- 
menten einer noch phantastisch spielenden Renaissance geschmückt, 
denen am Georgsbau in Dresden verwandt. 
Weiter sieht man an zahlreichen Bürgerhäusern der Stadt den 
Einfluss eines kunstliebenden Hofes. Der Frühzeiä gehört das 
Haus an der Ecke der Elbgasse, mit hohem Giebel, er fast noch 
in mittelalterlicher Weise durch Lisenen gegliedert und in seinen 
Staffeln durch Halbkreise bekrönt ist. Ein grosser rechtwinkliger 
Erker, auf der Ecke diagonal angeordnet, hat Wappen und Brust- 
bilder sächsischer Fürsten in zwei Stockwerken, an den Pilastern 
flache Ornamente im Stile des "Georgsportals zu Dresden, aber 
minder fein, bezeichnet 1533. Ein Portalvon 1536 in der Burgstrasse 
N0. 61, an der Seite Sitznischen, der Bogen noch mittelalterlich 
gegliedert und mit Rundbogenfries eingefasst, die Krönung mit 
Voluten und Laubwerk von sehr unreifer Renaissance. Sehr 
kindlich ist auch der neue Stil an einem Portal der Schnurren- 
gasse vom Jahre 1538, mit geschweiftem gothischem Flachbogen 
verbunden. Ebenso zeigt ein grösseres Bogenportal am Heinrichs- 
platz vom Jahre 1540 ein mühsames, kümmerliches Laubwerk der 
Frührenaissance. Um nichts besser ist das kleine Portal der Elbgasse 
vom Jahre 1561, welches später erneuert wurde und in langer In- 
schrift die Gräuel der Schwedenzeit schildert. Mit weit grössergm 
Aufwand ist ein ansehnliches Giebelhaus hinter der Stadtkirche be- 
handelt, am Portal 1571 bezeichnet, mit einem ungeschickten Relief, 
welches Simson mit dem Löwen kämpfend darstellt. Es ist die
        

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