Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Renaissance
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1318308
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HI. Buch. 
Renaissance in Deutschland. 
An mehreren Häusern der Schlossgasse und anderer Strassen sieht 
man hübsche kleine Bogenportale, zu beiden Seiten Muschelnischen 
mit Sitzen, die Archivolte kräftig und zierlich mit Zahnschnitt, 
Eierstab, Consolen und ähnlichen Formen gegliedert. Bezeichnend 
für die meist schmalen aber sehr hohen Fagaden ist die häufige 
Anwendung vier-eckiger Erker, üder dem Erdgeschoss auf Con- 
solcn herausgebaut, mit Pilastern decorirt, oben mit einem ge- 
schweiften Dach abschliessend, statt dessen man später oft einen 
oifenen Balcon angebracht hat. Diese Erker, nicht selten paar- 
N   kann... weise angeordnet, geben den Facaden viel 
  Reiz und Leben. Ein Haus in der Wilsdruifer 
  
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 35:52h; rasiert  Hlzaziz. 
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ä 515W imitirt und schon dem 17. Jahrhundert ange- 
ä  ujlillipwäiliplt i. hörtß) Aus dem Anfange desselben Jahrhun- 
 Qg lltiyltkiq  derts stammt das Haus Schlossgasse N0. 19; 
Q l f; Ü i"  am Erker "die ungeschickt gemachten Brust- 
  bilder Kurfürst Christians II und seiner Ge- 
ä  Willi, mahlin Hedwig von Dänemark, dabei das 
Ä f"   t  sächsische Herzogswappen, das kurfürstliche 
  5' 'ihißßiiittil)hat und das dänische Wappen. Im Hausflur eine 
ä     hiibsch ornamentirte Thür, welche zur Treppe 
   1"QMM,lilllueritä; fuhrt. In derselben Strasse N0 22 ein Haus, 
Fig 2m von einem Form dessen tiefer schmaler Flur auf einen kleinen 
111 Dreßden- Hof mündet, wo rechts die steinerne Treppe auf 
Pfeilern angelegt ist, an der Rückseite des Hofes Arkaden in drei Ge- 
schossen, je zwei weitgespannte Rundbögen auf dorischer Mittelsäule. 
Ein zierliches Portal der oben beschriebenen Art vom Jahr 1579 in 
der Kleinen Kirchgasse, fein gegliedert und mit sinniger Inschrift: 
 "Einer Säule gleich bin ich, 
Alle Leute hassen mich, 
Und alle die mich hassen, 
Die müssen mich bleiben lassen; 
Allen die mich kennen 
Wünsche ich was sie mir gönnen, 
All mein Anfang und Ende 
Stehet in Gottes Händen."   
Ähnliche Portale in der Weissen Gasse, wo noch ein anderes in 
mehr mittelalterlicher Weise mit Hohlkehlen und Rundstaben geglie- 
dert ist. Ein ähnliches in der Neustadt, an der Mcissenerstrasse. 
in Püttrichäs: Sachsen. 
Abb.
        

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