Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Renaissance
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1318297
die beiden prachtvollen Bronzesäulen Zeugniss ablegen. An den 
Postamenten mit Trophäen, am untern Theil des Schaftes mit 
Arabesken, Waffen und Emblemen geschmückt, tragen sie auf den 
eleganten korinthischen Kapitälen ein verkröpftes Gebälk und auf 
diesem kleine Obelisken. Diese trefflich ausgeführten Arbeiten 
sind von Martin Hilger gegossen!) An der andern Seite schliesst 
sich dem Hofe eine geräumige Remise an, dreischidig mit schlich- 
ten Kreuzgewölben auf 18 in zwei Reihen gestellten dorischen 
Säulen, eine überaus grossartige Anlage. Dieser Theil des Ge- 
bäudes, der später umgebaut, im oberen Geschoss lange Zeit die 
Gemäldegalerie beherbergte, zeigt an der Facade noch jetzt zwei 
grossartige Portale, den beiden andern sowie denen des Schlosses 
entsprechend. Der ganze Bau in seiner ursprünglichen Erscheinung 
mit zahlreichen marmorgeschmückten Sälen, und Zimmern war 
ein Prachtwerk, zu dessen Herstellung in fast sechs Jahren nicht 
weniger als 200,000 Gulden aufgewendet worden waren?) Man 
hatte Nichts gespart, ihn von aussen wie von innen auf's Reichste 
auszustatten. Nosseni bestellte für die Decoration desselben in 
Modena 180 bemalte und vergoldete runde Schilder, Carlo de Gesare 
goss 46 fürstliche Bildnisse mit Postamenten und Wappenschildern 
,für die Galerie hinter dem Stall" und 23 Bilder aus gebranntem 
und glasirtem Thonß) An kostbaren Geräthen, geschnitzten Sesseln 
mit eingelegten Steinen, marmornen Kredenzen, Kunstsachen aller 
Art fehlte es ebenfalls nicht, so dass das Ganze ein Museum ge- 
nannt werden konnte!) Leider hat der ursprünglich so glänzende 
Bau später dieselbe Verwahrlosung und Veranstaltung über sich 
ergehen lassen müssen, die auch das Schloss jetzt so unscheinbar 
macht. 
Der bürgerliche Privatbau in Dresden bietet grade nicht 
Bedeutendes für unsre Epoche, aber immerhin doch einige an- 
ziehende Werke. Das erste Stadium der Frührenaissance wird 
namentlich durch einen reich decorirten Erker am Eekhallß VOn 
Nellmarkt und Frauengasse vertreten. Die runde Grundform, die 
Art des Auskragens erinnert an die Erker am Saalbau zu Torgau, 
der Fries mit spielenden Putten zeigt Verwandtschaft mit dem 
Gffßrgsbau und mag von derselben Hand wie jener ausgeführt 
Selll- Ein ähnlicher Erker, aber in den kräftigeren Formen der 
SPätzeit mit derb facettirten Quadern und einer Schlange als 
Cßllsole ist an einem Hause weiter abwärts in der Frauengasse. 
sähmiat, 
s. a3 m 
 Dr. J. Schmidt a. a. O. S. 162.  2) Weeck, S. 55.  3) Dr. J. 
W 3- 0- S. 137 u. 139.  4) Die Abb. und Beschreib. bei Weeck 
geben eine lebendige Anschauung des vormal. Zustandes.
        

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