Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Renaissance
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1318088
774 
III. 
Buch. 
Renaissance in Deutschland. 
ebenfalls abwechselnd männliche und weibliche  als Rhetorika, 
David, Dialektika, Salomon, Musika, Josias  Memoria und 
Saul bezeichnet. Sammtliche Figuren und Säulen sind in weisser 
Farbe gehalten. Die Architrave über diesen Figuren zeigen Friese 
mit Reliefs von höchst merkwürdigem Inhalt. Sie beginnen wie 
an dem Grabmal zu Emden mit der Darstellung des Leichen- 
zuges, wobei unter dem Sarge der treue Hund als Leidtragender 
mit geht; dann kommen phantastische Züge von Kriegern, Faunen 
und Satyrn, Kämpfe von Rittern, endlich allerlei Phantastisches, 
Ungeheuer, Fratzen und dergleichen. Ausserdem sind sammtliehe 
Deckenfelder der Wölbungen in ihren Cassetten mit Schnitz- 
werken geschmückt, die einen unerschöpflichen Reichthum von 
Erfindung zeigen. Das ganze Werk, wohl sicher von Nieder- 
ländern ausgeführt, ist eins der prachtvollsten und originellsten 
seiner Zeit. 
Von ähnlichem Reichthum ist die geschnitzte Holzdecke, welche 
den Saal des Schlosses zu J ever schmückt: ein weiterer Be- 
weis, dass auch an diesen fernen Gestaden die Prachtliebe jener 
Zeit nach künstlerischem Ausdruck verlangte. 
Kapitel. 
Obersachsen. 
In den obersächsischen Landen tritt uns die Rerrgiistsanche 
frühzeitig mit bedeutenden Schöpfungen entgegen. Ünd zwar ist 
es hier fast ausschliesslich das Ilflirpstenthum, Welches dieselbe 
järddgi und einführt, während, was die rgrjgfisserenimßitädte wie 
Leipzig, Dresden, Altenburg, Halle, Erfurt. an bürgerlichen Bauten 
aufzuweisen haben, daneben gqrrwgeringerenidglßelang ist. Das 
sächsische Kurhaus, an der Spitze der reformatorischiensBewegung, 
war auch für die Entfaltung des gesammten Kulturlebens, nament- 
lich der Bau- und Bildkunst von eingreifender Bedeutung. Was 
die Höfe von Stuttgart und Heidelberg für Süddeutschland waren, 
das wurde in noch höherem Maasse der sächsische Hof für Nord- 
deutschland. Zwar waren bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts 
die Kurfürsten in erster Linie durch die reformatorische Thätig- 
keit in Anspruch genommen, aber ein regerßlfä! 1111 Erneuerung
        

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