Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Renaissance
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1317870
Kap. XIV. 
Die norddeutschen Küstengebiete. 
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Dom sind mit ähnlichen Kronleuchtern ausgestattet. Ich hebe 
hier nur das Wichtigste heraus; die Fülle des noch Vorhandenen 
verdiente in einer statistischen Darstellung der Renaissancewerke 
Deutschlands eingehendere Beachtung. 
Lüneburg. 
Lüneburg ist eine Wiederholung Lübecks im kleineren Maass- 
Stäbe; zugleich hat die Stadt Bedeutung, weil sie die südliche 
Grenze des niederdeutschen Backsteinbaues bezeichnet. Schon 
111 Celle hört derselbe auf und macht dem mitteldeutschen Fach- 
Werkbau der Harzgegenden Platz. In der mittelalterlichen Epoche 
und noch in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts beherrscht 
der derbe niederdeutsche Backsteinbau hier die ganze Profan- 
arelntektur. Die Bürgerhäuser sind schmal und hoch mit ein- 
fachen Staifelgiebeln. Der Erker kommt hier so wenig vor wie 
111 Lübeck oder Danzig, nur ein paar Mal finden sich ganz be- 
deutungslose Fachwerk-Erker dem Erdgeschoss und ersten Stock 
Wrgesetzt: ein von den Hannoverschen Städten ausgehender Ein- 
HPSS. Mit dem 16. Jahrhundert bürgert sich an diesen Bauten 
die Renaissance ein, doch in etwas verschiedener Art als zu 
Lübeck. 1) Wie dort nämlich werden zwar die Facaden durch 
Jene schräg gerippten Rundstabe gegliedert, die Fensternischen 
ufld die Lisenen damit eingefasst, und ebenso die Friese und 
dle Medaillons, welche die Stockwerke trennen, eingerahmt. Die 
Fnese sollten nun Füllungen von 'l'erracottareliefs erhalten, welche 
mfless in den meisten Fallen nicht ausgeführt sind. Dagegen 
mm man häufig in den Medaillons zeitgenössische Bildnisse, 
Wappen u. dergl. in farbig giasirten Terracotten. Denkt man 
Slßh die ganzen Friese in dieser Weise geschmückt, so müssen 
dle Faqaden, die jetzt durch den dunklen Ton des Backsteins 
etwas Düsteres haben, von prächtiger Wirkung gewesen sein. 
Das Hauptbeispiel dieser Art ist der grosse Giebel, welcher die 
lange Perspektive der Hauptstrasse Am Sand dorninirend ab- 
Sehliesst, bezeichnet 1548. Die einfassenden Rundstäbe mit ihrem 
sßlfrägen Rippenwerk machen fast den Eindruck von Laub- 
krifnzell, welche die Glieder umrahmen. Die dekorirenden Me- 
gaillonköpfe, Wappen und figürliche Darstellungen, Knaben auf 
elplnnen, Simson mit dem Löwen, mit den Thoren von Gaza, 
11- dergl. sind lebensvoll behandelt. Auch der kleinen daneben- 
L 
des Lüneb. 
den Publ. 
1) Einige Abbildungen in 
Kuglßr, Gesch. d. Baukunst. V. 
Altherth. Ver. 
48
        

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