Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Renaissance
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1317692
Kap. XIV. 
Die norddeutschen Küstengebiete. 
735 
Sie bestanden aus vergoldeten Rosetten, welche in Berlin auf 
Leinwand gemalt und dann an Ort und Stelle befestigt wurden. 
Der Fürstenhof war nicht der einzige Bau, welchen Johann 
Albrecht ausführte. Als er den Thron bestieg, fand er sämmb, 
liehe fürstliche Schlösser klein, unwohnlich und durch lange Ver- 
wahrlosung verfallen. Schon 1550 stellte er seinem alternden 
Üheim Herzog Heinrich die Nothwendigkeit von Neubauten vor, 
"damit es nicht so gar sehimpflich stehe und ihnen zum Spott 
gereiche." Der alte Herzog meinte aber, er habe sich bei seinem 
Beilag-ei- mit den vorhandenen Gebäuden beholfen und könne, 
namentlich bei bevorstehender Erndte, sich auf nichts weiter ein- 
lassen. Kaum hatte daher Johann Albrecht den Fürstenhof in 
Wismar prachtvoll erneuert, so begann er mit seinem Bruder 
Ulrich weitere Neubauten der Schlösser von Schwerin, Dömitz 
und Güstrow, mit welchen zugleich umfassende Befestigungs- 
Werke verbunden waren. Zu den umfangreichsten Werken gehörte 
vor seiner neuesten Umgestaltung das Schloss von Schwerin, 
Schon durch die unvergleichliche Lage auf einer Halbinsel des 
anmuthigen, von Laubwald eingefassten Schweriner Sees, von 
unvergleichlicher Wirkung. Das alte Schloss, jetzt durch einen 
V011 Demmler im Stil Franz' I begonnenen, durch Stüler und 
Strack im modernen Berliner Geschmack vollendeten Neubau 
Verdrängt, bestand seinen wichtigsten Theileu nach aus Bauten 
des 16. Jahrhunderts, unter denen die von Johann Albrecht I 
hinzugefügten die meiste künstlerische Bedeutung hatten. 1) Der 
kunstliebende Herzog liess hier dieselben Ornamente von gebrann- 
136m Thon anwenden, welche sich schon am Fürstenhof zu Wismar 
bewährt hatten. Seit 1555 wurde das Hauptportal mit der doppel- 
teil Wendeltreppe errichtet, und von 1560 die Schlosskirche aus- 
geführt, welche nach Anlage und Durchbildung von hervorragen- 
der Bedeutung war. Als Baumeister wird Johann Baptista Parr 
genannt, der Bruder des Franziskus Parr, welcher für Herzog 
Ulrich gleichzeitig das Schloss zu Güstrovv baute und öfter auch 
beim Schlossbau in Schwerin zu Rathe gezogen wurde. Ein 
dritter Bruder Christoph Parr war ebenfalls an beiden Schloss- 
bauten beschäftigt, und errichtete 1572 ausserdem den Fürsten- 
Stuhl im Dom zu Schwerin. Ueber die Herkunft dieser Brüder 
Parr ist leider aus den Urkunden nichts zu ermitteln. Dass sie 
keine Norddeutsche waren, geht schon aus ihren Hochdeutsch 
32 if. mit Abbildungen 
neue Schloss. 
 Das Geschichtliche bei Lisch, Jahrb. V, S. 
Grundrisses. Vergl. das Praehtwerk über das 
des
        

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