Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Renaissance
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1317640
730 
III. 
Buch. 
Deutschland. 
Renaissance in 
nach Nord laufende "alte Hof" wurde 1512-1513 zur Feier der 
Vermählung Herzog Heinrichs des Friedfertigen mit der Prin- 
zessin Helene von der Pfalz errichtet. Der neue Baumeister hiess 
Georg, der lliaurermeister Ertmar oder Ertman Bolh. Das Gebäude 
wird im Jahre 1576 als zwei Stockwerk hoch geschildert. Im 
Hauptgeschoss war links die grosse Hofstube (Hofdornitz1), rechts 
die Küche, beide Räume wie noch heut gewölbt und mit rund- 
bog-igen Portalen versehen. Die Gewölbe ruhen auf derben kurzen 
Säulen von schmuckloser Art. Gegen den Schlosshof hatte das 
Haus drei Erker und an der Facade nach der Kirche fünf in 
Holz errichtete Giebel. Auf dem Hofe war eine Wendeltreppe 
angebracht. Ein im Jahre 1516 erbaut-er Gang stellte eine un- 
mittelbare Verbindung mit der benachbarten Kirche her. 
An diesen im Laufe des 16. Jahrhunderts stark verfallenen 
und nachmals in der schwedischen Zeit durch einen Brand zum 
Theil verwüsteten Theil fügte Herzog Johann Albrecht I seit 
1553 den stattlichen Bau des neuen Hofes, indem er denselben 
im rechten Winkel an den alten Flügel seines Oheims Heinrich- 
anschloss. Der Bau wurde durch Meister Gabriel van Aken im 
Sommer 1553 begonnen, neben ihm war ein anderer Meister, Va- 
Zenlin von Lira dabei beschäftigt, und als Gabriel von Aken schon 
Ende November desselben Jahres wegen Misshelligkeiten mit 
seinem Collegen plötzlich den fürstlichen Dienst verliess und nach 
Lübeck zog, von wo er dem Herzöge einen Absagebrief schrieb, 
wurde Valentin von Lira mit der Fortsetzung des Baues beauf- 
tragt 2). Allein der Herzog muss der Geschicklichkeit dieses 
Mannes nicht unbedingt vertraut haben, denn sogleich nach dem 
Abgange Gabriels von Aken wandte er sich an den Kurfürsten 
August von Sachsen mit der Bitte, ihm seinen Oberzeug- und 
Baumeister Caspar 770g! zu senden, um ihm .,zu seinen vor- 
habenden Gebäuden rathlich zu sein". Da dieser aber mit dem 
Festungsbau von Dresden heschätftigt war und den Auftrag er- 
halten hatte, das Fundament zum neuen Schlosse zu Leipzig, der 
Pleissenburg, abzustecken, um den Beginn des Baues vorzube- 
reiten, so verweigerte der Kurfürst die Erfüllung der wiederholt 
ausgesprochenen Bitte. Noch um Weihnachten 1554 schickte der 
Herzog sodann seinen Maurer nach Weimar an Johann Friedrich 
den Aelteren, um dessen Schloss Grimmenstein bei Gotha, na- 
mentlich die Schliessung der Gewölbe unter dem Walle zu be- 
  In den süddeutschen Schlössern als „Türnitz" 
hch_e Nachrichten über die Künstler verdanken wir 
thellllngen von Lisch im Jahrb. V, S. 20 ff. 
bekannt. 2) Sämmt- 
den werthvollen Mit-
        

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