Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Renaissance
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1317617
K311i 
XIV. 
Die norddeutschen Küstengebiete. 
727 
liest man zweimal die Jahreszahl 1577. Es sind also die Theile, 
Welche seit 1575 unter Herzog Johann Friedrich „durch einen 
Wälschen Maurer, Antonius Ißlßilhelzn", aufgeführt wurden. Andeu- 
tungen einer reicheren ehemaligen Gliederung; sind in einigen Pi- 
lastersystemen am Westtlügel erhalten. Ebenso glaubt man am 
östlichen Ende des Hauptbaues Spuren einer ehemaligen Arkade 
Zu bemerken. Im Innern ist die gleichzeitig erbaute Schlosskirche 
der wichtigste Raum: ein Rechteck mit Spiegelgewölbe, in drei 
Geschossen von Arkaden mit Emporen umzogen. Im unteren 
standen nach Hainhofefs Bericht „die Diener und Stadtleute, im 
mittleren die Fürsten, Räthe, Junker und Pagen, im oberen die 
Fürstinnen, Frauenzimmer und Mägde." Von einem früheren 
Baue dagegen stammt offenbar das am östlichen Flügel einge- 
setzte Wappen mit dem Namen Herzog Barnims X vom Jahre 
1538. Es ist in primitiven, wenig verstandenen Renaissanceformen 
ausgeführt. Ob die Bautheile, an welchen es sich befindet, noch 
jenem früheren Bau angehören, ist weder mit Bestimmtheit zu 
bejahen noch zu verneinen. Gewisse Umgestaltungen und Zu- 
sätze abgerechnet (namentlich die Attika) ist es wohl möglich, 
dass der östliche Flügel im Wesentlichen noch aus Barnims Zeiten 
herrührt. 
Wenn man im westlichen Flügel einen offenen Durchgang 
passirt, so gelangt man in einen zweiten kleineren Hof, der sich 
in derselben Tiefe, aber nur in geringerer Breite parallel mit dem 
ersten erstreckt. Ein vierter stattlicher Thurm schliesst ihn an 
der Nordostecke ab und beherrscht hier die Verbindung nach 
aussen, während an der Südseite ein zweites Thor auf die Strasse 
mündet. Auch hier herrscht grosse Einfachheit, aber eine hübsche 
Tafel mit den Brustbildern Philipps II und Franz I meldet, dass 
diese Fürsten den Bau 1619 als „musarum et artium conditorium" 
ausgeführt haben. Es war also der für die Bibliothek und die 
Kunstsammlungen des Herzogs bestimmte Bau, von welchem auch 
Hainhofer berichtet. Damit schliesst hier die Bauthätigkeit unserer 
Epoche ab. 
Die Stadt selbst zeigt keinerlei Spuren von irgend welcher 
Kunstblüthe während der Renaissancezeit. 
Die übrigen Renaissancebauten Pommerns gehören über- 
wiegend der späteren Zeit anl). So das Schloss zu Pansin bei 
Stargard, das Schloss Pudagla auf der Insel Usedom vom Jahre 
1574, das Schloss Mellenthin vom Jahre 1575, mit schönen 
S. 776 ff. 
bei Kugler a. a. 
 Die Notizen
        

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