Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Renaissance
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1317434
(U17 
als Rampe zum Hinaufreiten, die andere mit Stufen. Dies grggs- 
artige Treppenhaus war in einem oifenen, auf Säulen ruhenden 
achteckigen Thurm angebracht. Ebenso erbaute man seit 1590 
den nach Norden vorspringenden Flügel, die jetzige Schloss- 
apotheke, welche, nachdem 1596 Lynar gestorben war, unter 
Niuron vollendet wurde. Wieder wurden im Jahre 1604 aus 
Meissen Maurer verschrieben. Das obere Geschoss, mit lasirten 
Steinen belegt, diente wahrscheinlich als Sommersaal. Gegen 
Ende der Regierung Johann Georg's wurde dann auch an 
der Wasserseite der Flügel mit den beiden polygonen Eck- 
thürmen gebaut, welcher damals das Haus der Herzogin hiess, 
also vielleicht für die Herzogin Hedwig errichtet worden war. 
Balthasar Benzelt aus Dresden scheint diesen Bau geleitet zu 
haben. Eine alte Abbildung 1) giebt eine perspektivische Dar- 
stellung des Schlosses, die den Hof mit seinen beiden polygonen 
Treppenthürmen, der grossen Doppeltreppe und den ehemaligen 
offenen Arkaden des Erdgeschosses anschaulich macht. 
Am besten erhalten ist von den alten Anlagen noch der 
Apothekeniiügclt ein schlichter Backsteinbau mit verputzten 
Flächen, gruppirten Fenstern, deren Rahmen aus zierlichen Stäb- 
chen und Hohlkehlen zusammengesetzt sind, und mit drei statt- 
lichen Giebeln von massig barocker Behandlung. Dieselben Giebel 
linden sich dann auch an der Wasserseite. Die Gesimse und 
Einfassungen sind solid aus Sandstein hergestellt. Die Verbin- 
dung des Apothekenflügels mit dem Schlosse bewirkt ein hoher 
thurmartiger Bau mit einfacher Wendeltreppe und mittelalterlich 
protilirten Fenstern. 
In der zwanzigjährigen unglücklichen Regierung Georg Wil- 
helms schien der Bau mit dem ganzen Staate der Hohenzollern 
unaufhaltsam seinem Ruin entgegen zu gehen. Alles wurde bau- 
fällig, musste gestützt werden, so dass die Zeitgenossen klagten, 
„man müsse sich vor den Fremden schämen, die dieses kurflirst- 
liche Residenzschloss sähen". Erst der Grosse Kurfürst wandte 
dem Bau durch Memmhardt wieder seine Sorgfalt zu, und der 
erste König Preussens liess durch Schlütefs Genius hier das 
grossartigste Fürstenschloss Deutschlands erstehen. Von den 
alten Theilen zeugt nur noch die dem Fluss zugekehrte öst- 
liche Seite.  
Ein Bau aus der Schlussepoche der Renaissance ist in dem 
Königlichen Marstall in der Breiten Strasse erhalten. Er be- 
Chr. Müller 
 In Joh. 
1737 I. T11. 
und 
altes 
Gottfr. Küster , 
und 
1181185 
Berlin
        

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