Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Renaissance
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1317419
Zeichnung eines alten Gemäldes, welches ebenfalls den ursprüng- 
lichen Zustand darstellt, befindet sich im Hofbaubüreau. Man 
sieht die südliche Hauptfacade gegen den Schlossplatz, auf beiden 
Seiten von runden Erkern abgeschlossen, von denen der öst- 
liche gegen den Fluss hin in dem späteren Umbau erhalten ist, 
während der westliche der Verlängerung des Flügels weichen 
musste. Die Mitte der Facade schmückte ein Balkon auf stark 
geschwellten Säulen, an der Brüstung mit Wappen geziert. Auch 
die Erker waren mit offenen Galerieen bekrönt, deren Kuppel- 
dach auf ähnlichen Säulen ruhte. Sämmtliche Fenster zeigen den 
spätgothischen Vorhangbogen, den bei, uns die Frührenaissance 
festhält. Grosse Giebel, mit kleineren wechselnd, durch Pilaster, 
Nischen, Medaillons und reiche Friese belebt, durch Voluten und 
freisitzende Figuren silhouettirt, krönten den Bau, der nach alle- 
dem ein sehr prächtiges Werk gewesen sein muss. Vor das 
Ganze legte sich eine Colonnade mit offenen Bögen auf dorischen 
Pfeilern, die den Schlossplatz einfassten und zu Kaufläden be- 
stimmt waren. Doch muss dies ein späterer Zusatz aus der 
Zweiten Hälfte des Jahrhunderts gewesen sein. 
Nur geringe schwer aufzufindende Reste haben sich von dem 
Bau Joachims erhalten. Zunächst gehören dahin die oberen 
Theile des runden Thurmes, der einerseits von der Kapelle, 
andererseits von einem später vorgelegten Bau mit polygonen 
Eckthürmen eingeschlossen und fast völlig verdeckt wird. An dem 
kleinen frei liegenden Theile bemerkt man von einem Fenster 
des angrenzenden Eckthnrmes aus fein gezeichnetes Blattwerk an 
den Fenstereinfassungen, Balustersäulen und reiche Brüstungen, 
Alles im Stil der Frührenaissance. Eine zweite Säule sieht man 
im Innern des anstossenden Zimmers und zwei ähnliche in dem 
benachbarten Kapellenhofe, so dass man daraus das ursprüng- 
liche dekorative System dieser interessanten Theile herstellen 
könnte. Gleichzeitig ist an der thurmartig hohen Ostwand der 
Kapelle ein prächtiger Balkon ausgeführt worden. Endlich ge- 
hört derselben Zeit die innere Architektur des im Aeusseren um- 
gestalteten Erkers der südöstlichen Ecke gegen die Kurfürsten- 
brücke. Das Eckzimmer öffnet sich gegen den Erker mit einem 
gfossen Rundbogen, kassettirt und mit Rosetten geschmückt, die 
Zwickel und Pilaster mit hübschen Pflanzenornamenten und mit 
Brustbildern, darunter Joachim II und seine Gemahlin; Alles ur- 
Sprünglich prächtig vergoldet auf azurblauem Grundei). Das 
f) Ein Bericht 
Archxv VIII, 58 if. 
über 
die 
Auffindung 
dieses 
Bogens 
Ledebuavs
        

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