Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Renaissance
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1317274
K31? 
XIII. 
Die nordöstlichen Binnenländer. 
693 
neu erbaute Stiege sammt den Gängen" vollendete." Es ist ein 
kleines, aber in ausgesuchter Eleganz durchgeführtes Werk. Im 
Innern zieht sich um einen quadratischen Kern die Treppe mit 
rechtwinklig; gebrochenem Lauf empor. Die Verbindung mit 
dem Hauptgebäude vermittelt ein gewölbter Gang. Sämmtliche 
Gebäude zeigen reiche Spuren von Sgraffiten in Quadrirungen 
und bunten Linienspielen. Von hier führt zur Linken ein ge- 
wölbter Thorweg bis in den grossen Haupthof, der ein fast quad- 
ratisches Viereck von imposanter Ausdehnung bildet, an der 
schmalsten Stelle noch über 100 Fuss breit. Zur Linken tritt ein 
gewaltiger runder Hauptthurm D, an dessen Galerie die Jahrzahl 
1608, in den Schlosshof vor. 
Das Interessanteste der durch Grösse und malerische Ab- 
wechselung ungemein anziehenden Baugruppe sind die Ver- 
bindungsgänge, welche als offene Galerieen den Bau begleiten 
(Vgl. Fig. 194). Zur Linken laufen auf mächtigen Steinconsolen 
in beiden oberen Geschossen solche Gänge hin, der obere durch 
ein auf Holzsäulen ruhendes Dach geschützt. Beide setzen sich 
um den runden Thurm fort, und der des ersten Stockes zieht 
Sich dann am vorderen Flügel H als Holzgalerie hin, die auf dem 
vertretenden Mauerwerk des Erdgeschosses ruht. Eine Freitreppe 
führt bei E "zum Hauptportal des hohen Erdgeschosses und zu- 
gleich auf einen offenen teirassenförmigen Gang, der sich an dem 
Flügel F hinzieht und auch hier durch eine Treppe zugänglich 
1st. Am Ende dieses Flügels tritt ein viereckiger thurmartiger 
Vorbau in den Hof vor. Von diesem zieht sich wieder eine ge- 
{Ilauerte Terrasse im Erdgeschoss an dem Flügel G hin, die dann 
{I1 der Ecke durch eine offene Treppe mit der Galerie des ersten 
Stockes zusammenhängt. So sind in wohlberechneter Weise die 
einzelnen Theile der ausgedehnten Anlage mit einander in Ver- 
bllldung gesetzt. 
 Der ganze Bau, in Backstein mit Verputzung ausgeführt, 
Würde ehemals durch Sgraffiten überall belebt. Die architek- 
tßllischen Formen sind durchweg schlicht, aber mit sicherer 
Meisterhand ausgeführt, die Rahmen der Fenster und Portale 
(lerb quadrirt, auch das Hauptportal nur in einfacher Rustika mit 
dorischen Pilastern und Triglyphenfries behandelt. Das Metall- 
Ornament der Zeit ist sparsam verwendet. Eine kleine Pforte 
all! Thurm mit gothisehem Stabwerk zeugt für das höhere Alter 
dlfises Theiles. Oberhalb entwickelt sich der Thurm achteckig 
mit kräftiger Galerie, über welcher die Spitze mit ihrer ÖOppeItQn 
Ausbauchung und Laterne aufsteigt. Stattlich wirken die hohen 
Dachgiebel an den beiden Hauptflügeln, und noch reicher muss
        

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