Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Renaissance
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1317203
686 
III. 
Buch. 
Renaissancp in Deutschland. 
Hause Burgstrasse N0. 22 vom Jahre 1614. Auch hier (vgl. 
Fig. 190) kommen die eingeblendeten Saulchen vor, zwischen 
welchen eine Muschelnische einen hockenden, wappenhaltenden 
Löwen aufnimmt. Besonders elegant sind die aus Eisenblech 
geschnittenen Windfahnen. Zur höchsten Pracht ist dies Facaden- 
motiv am Ring N0. 29 entwickelt. Oben am Fries liest man: 
Fidus in perpetuum benedicitur. 1621. Auch hier treffen wir die ein- 
geblendeten Saulchen; aber alle Flachen sind mit Metallornamenten 
übersponnen, wie ich kein zweites Beispiel kenne, Alles in kräf- 
tigem Relief, als wäre die ganze Fagade mit kunstvollen Eisen- 
beschlagen bedeckt. Rein malerische Behandlung zeigt endlich 
das Eckhaus der Wagnerstrasse und des Ringes, nach dem Platze 
mit Doppelgiebel vortretend, in allen Flächen mit hellen Blumen- 
ranken auf dunklem Grunde geschmückt, allerdings erst aus dem 
18. Jahrhundert, aber in guter Tradition einer früheren Zeit, da- 
bei von prachtvollster Wirkung. 
Neisse. 
Hier hatten die Bischöfe von Breslau seit früher Zeit ein 
Schloss, welches Jacob von Salza nach einem Brande 1523 wieder 
aufbaute. Von diesem Werke ist aber Nichts mehr erhalten 1), 
da an seiner Stelle im vorigen Jahrhundert der noch jetzt vor- 
handene nüchterne Bau aufgeführt wurde. Wohl aber bewahrt 
die Pfarrkirche, eine mächtig hohe, gothische Hallenanlage, 
im nördlichen Theile des Chorumgangs das Grabmal dieses 1539 
verstorbenen Bischofs. Es ist ein Freigrab in Form einer Tumba, 
auf welcher die Gestalt des Verstorbenen ausgestreckt liegt. 
Feines Laubwerk im Stil der Renaissance bildet die Einfassung, 
und in den einzelnen Feldern sind als Ausdruck der hu- 
manistischen Strömung jener Zeit, Welche die christlichen An- 
schauungen völlig zurückgedrängt hatte, vier antike Heldenköpfe 
in schönen Lorberkränzen angebracht. An der einen Schmal- 
seite das treffliche Brustbild des Verstorbenen, auf der anderen 
ein possirlicher kleiner Knabe mit Weihbecken und Weihrauch- 
fass, während zwei nackte Genien die Inschrifttafel halten. Es 
ist ein feines Werk der Frülirenaissance. Prachtvoller in einer 
Kapelle der Südseite das Grabmal des Bischofs Promnitz (T 1562), 
1) Damit ist die bei Dr. 
gestellt; Frage erledigt. 
Alwin Schultz , 
Schlesiens 
Kunstleben , 
T51
        

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