Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Renaissance
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1316785
644 
III. 
Buch. 
Renaissance in Deutschland. 
16. Jahrh. aber die Formen der ausgebildeten nordischen Renais- 
sance vertreten. Dahin gehören das nur theilweise erhaltene 
Schlösschen Bensen unweit Bodenbach; das Schloss zu Wit- 
tingau; der grösste Theil des Schlosses Krumau, diese beiden 
mit eleganten Saulenarkaden im Hofe; das als sehr bemerkens- 
werth bezeichnete Schloss Schwarz-Kosteletz von 1570, unweit 
der Station Böhmischbrod. Sodann die Schlösser zu Wittingau, 
zu Neuhaus und zu Friedland; das der spätesten Zeit ange- 
hörende Schloss Blatna (1612); endlich das Schloss zu Bis chof- 
Teinitz an der bairischen Granze; Schloss Smetschna und der 
Thurm des Schlosses Kost. Vom Waldsteinschloss in Gitschin 
ist nur ein Theil erhalten; in Mahren dagegen bietet das Schloss 
zu Nikolsburg eine bedeutende Anlage der späteren Zeit. 
In einigen Theilen des Landes, namentlich im Nordosten, 
kommt der im ganzen slavischen Gebiet einheimische Holzbau 
vielfach zur Verwendung und erhält manchmal künstlerische Ge- 
stalt. Es ist Blockwandbau, wie ihn z. B. das Rathhaus in Se- 
mil in origineller Behandlung zeigt. Eine Laube auf hölzernen 
Säulen ist vorgebaut; die Spitze des Giebels krönt ein Glocken- 
thürmchen. Wie lange dieser naturwüchsige Stil hier geherrscht 
hat, erkennt man an einigen Häusern in Hohenelbe, welche 
erst um 1730 entstanden sind!) Sie zeigen die Elemente der 
Holzconstruiction auf kräftig originelle Weise in die Formen der 
Spätrenaissance übersetzt. 
XIII. 
Kapitel. 
Die 
nordöstlichen 
Binnenländer. 
Früher als irgend eine andere Provinz Deutschlands hat 
Schlesien die Renaissance aufgenommen und in monumentalen 
Werken angewendet?) Das erste Auftauchen der neuen Formen 
bemerken wir hier an einem Grabmal der Elisabethkirohe zu 
Breslau, das bald nach 1488 entstanden sein muss. Es ist, so 
weit wir wissen, das früheste Datum eines Renaissaneewerkes im 
ganzen Norden. Als sodann Bischof Johannes Thurso die alte 
  Mitth. der Centr. 00mm. 1870. p. LXII mit Abb.  2) Schätzbare 
Notizen in der fieissigen Arbeit von A. Schultz, Schlesiens Kunstleben 
im 15. bis 18. Jahrh. Breslau 1872. 4. Mit Abbild-
        

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