Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Renaissance
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1310810
50 
III. 
B uch 
Renaissance in Deutschland. 
Theil. 
Allgemeiner 
ist, der ebenso wenig mit Magdeburg gemein hat, und dessen Häuser- 
linien nicht einmal mit den angrenzenden von Paris zusammen- 
stimmen. Ebenso wenig Anspruch auf Wahrheit können die Dar- 
stellungen der verschiedenen Ordensklöster machen, denn das 
Clnniaeemser-Kloster auf Bl. 173 ist genau dasselbe wie das 
Gebäude der Vallumbrosei- auf Bl. 190, der Kreuzträger auf 
B1. 207, der Prediger auf B1. 209 und noch mehrerer anderer. 
Eine zweite Abbildung gilt gleichmässig für die Benediktiner, 
die Augustiner, die Cisterzienser, die Tempelherren, die Cölestiner, 
die Rhodiserritter und noch einige andere, eine dritte ist den 
Karthäuscrn, den Olivetanern und anderen Zugetheilt. 
Aber neben diesen rein willkürlichen Illustrationen giebt es 
doch eine Anzahl von solchen, in denen das Streben der Zeit 
nach dem charakteristischen Ausdruck der Wirklichkeit sich aus- 
spricht, und denen offenbar mehr oder minder genaue Aufnahmßn 
an Ort und Stelle zu Grunde liegen. Dies sind meistens grosse 
Blätter, welche den Raum von zwei gegenüberstehenden Seiten 
in Anspruch nehmen. Dahin gehören zunächst in Deutschland 
vor allen Nürnberg (Bl. 100), das mit seiner thürmereichen Stadt- 
mauer, seinen beiden Hauptkirchen und der stattlichen Burg 
einen prächtigen Anblick gewährt; Erfurt (Bl. 155), dessen Dom 
mit der hohen 'l'reppe und den drei Thürmen sowie der gegen- 
überliegenden Severikirche man leicht erkennt; Würzburg- QBl. 160) 
mit seinem grossaitigen Schloss und dem vierthürmigen Dome, 
sammt den drei romanischen Absiden; Bamberg (Bl. 175), welches 
nicht blos durch den imposanten Dom und die Lage des Michael- 
klostcrs charakterisirt wird, sondern bei dessen oberer Pfarr- 
kirche auch der Chor mit seinem Umgang sammt Strebebögen 
und Pfeilern ganz richtig wiedergegeben ist. Ebenso ist Köln 
(Bl. 91) wohl an seinem Bayenthurm und dem noch im Ausbau 
begriffenen Chor des Domes zu erkennen; Strassburg (Bl. 140) 
wird vor allem durch das gewaltige Münster, dessen Thurm hoch 
in den Text der Seite hincingreift, charakterisirt; man sieht 
deutlich die prachtvolle Rose der Faeadc, aber auch den Thurm 
auf dem Querschiff mit seiner noch vorhandenen Spitze. In Basel 
(Bl. 244) erkennt man besonders die lllünsterterrasse, steil über 
dem Rhein aufragcnd; an dem nordwestlichen 'l'hurn1 wird eben 
noch gebaut; auf der Rheinbrüeke macht sich die noch vorhan- 
dene kleinc Kapelle bcmerklieh. Auch Ulm (Bl. 191) mit dem 
unvollendeten Thurmkoloss seines Münsters und mit reichem 
Gemitldeschniucla am 'l'hurme des Hauptthores gegen die Donau 
ist Wohl zu erkennen; ebenso München mit dem hohen Dach 
und den hehnlosen Thürmen seiner Frauenkirche sowie dem
        

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