Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Renaissance
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1316584
Prag- 
Die alte stolze Hauptstadt Böhmens in ihrer herrlichen Lage 
und der Fülle von Monumenten bietet eins der grossartigsten 
Städtebilder der Welt. 1) Auf Schritt und Tritt bedeutende histori- 
sche Erinnerungen Weckend, prägt sie ihre wechselnden Geschicke 
in Monumenten aus. Die erste künstlerische Gestalt wurde ihr 
von Karl IV gegeben. Er begann den Dom auf der Höhe des 
Hradschin, erbaute die Moldaubrücke, die Karlshoferkirclze mit 
ihrem kühnen Gewölbe, die Emmauskirche, die Hungermauer, 
die mit ihren grossen Linien noch jetzt so wirksam hervortritt. 
Er gründete endlich die Neustadt mit dem grossen Viehmarkte, 
als erstes Beispiel einer planvoll regelmässigen Stadtanlage des 
Mittelalters. Dem wissenschaftlichen Leben wurde durch die 
Stiftung der Universität ein bedeutender Mittelpunkt gegeben. 
Georg Podiebrad vervollständigte die Befestigungen, indem er 
den Altstädter Brückenthurm und den Pulverthurm errichtete. 
Zum Andenken an seine erste Gemahlin baute er in der Nähe 
das Jagdschloss zum Stern, das noch jetzt vorhanden ist. Die 
mittelalterlichen Monumente der Stadt geben in ihrer Mannig- 
faltigkeit ein lebendiges Bild von dem reichen künstlerischen 
Leben, das hier geblüht und das in Architektur, Skulptur und 
Malerei wetteifernd eine solche Fülle von kirchlichen und Pro- 
fanwerken hervorgebracht, wie keine andere Stadt in den öster- 
reichischen Landen aufzuweisen vermag. 
Die Einführung der Renaissance vollzieht sich unter Wladislav. 
Zwar sind auch seine Bauten im Wesentlichen noch mittelalter- 
lich, in Anlage, Construction und Detailbildung noch überwiegend 
gothisch; ja in kirchlichen Bauten, und selbst in gewissen Pro- 
fanwerken, wie dem ältern Belvedere im Baumgarten, das seit 
1484 errichtet wurde, lässt sich keinerlei Abweichung von der 
gothischen Tradition bemerken. Wohl aber treten Elemente der 
Renaissance, freilich noch vereinzelt in den Bauten auf, welche 
bald darauf durch Meister Benedikt von Laun an der Königlichen 
Burg zur Ausführung kamen. Den wichtigsten Theil bildet der 
gewaltige Krönungssaal (Fig. 172), ein Raum von 170 Fuss Länge 
bei 54 Fuss Breite und 45 Fuss Höhe. Schon in den Reise- 
beschreibungen des 16. Jahrhunderts wird diese herrliche ge- 
wölbte Halle bewundert und gepriesen. In der That ist sie von 
grossartiger Wirkung, namentlich das in ganzer Breite ohne 
Stützen ausgespannte Netzgewölbe mit seinen verschlungenen 
Mertens. 
citirten Aufsatz von 
oben 
den
        

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