Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Renaissance
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1316519
ist das ähnlich behandelte Gitter an der zur silbernen Kapelle 
führenden Treppe. Am Denkmal selbst fallen die schwarzen 
lliarmorpilaster mit dem eleganten frei im Stil der Frührenaissanee 
gebildeten Volutenkapitäle und Rahmenschäften auf. Die Inschrift- 
schilde zeigen Einfassungen von aufgerollten Voluten und anderen 
Formen des beginnenden Barocco. Das Portal der Kirche mit 
seiner Vorhalle trägt das Gepräge der Frührgnajgsanße, Der 
links anstossende Kreuzgang- mit seinen schlichten dorisirenden 
Pfeilern von rothem Marmor, den Wandpilastern und mehreren 
einfach behandelten Portalen gehört der ausgebildeten Renais- 
sance an.  
Im Uebrigen bietet die Stadt nicht viel für unsre Betrachtung. 
Das Postgebaude mit seinen ungemein grotesken, hochoriginellen 
Masken im Hauptgesims ist ein Bau des reich ausgeprägten 
Barockstils. Dasselbe gilt von dem Landschaftshaus, das 
mit den gewaltigen elephantenmässigcn verjüngten Pilastern am 
Portal, über welchen sich der Balkon aufbaut, eine imposante 
Wirkung macht. 
Reichere Spuren der Kunstpflege dieser Zeit bewahrt die 
berühmte Burg' Ambras, die so herrlich von ihrer Felsenhöhe 
auf das grossartige Gebirgsthal niederschaut. Als Kaiser Fer- 
dinand I 1563 längere Zeit in Innsbruck verweilte, schenkte er 
wahrscheinlich damals seinem gleichnamigen Sohne Schloss und 
Herrschaft Ambras, welche dieser dann im folgenden Jahre seiner 
geliebten Gemahlin Philippine Welser übertrug. 1) Das war die 
Glanzepoche der Burg. Damals wurde sie aus einer mittelalter- 
lichen Veste zu einem glänzenden Fürstensitze umgeschaifen und 
sah jene herrlichen Sammlungen in ihren Räumen entstehen und 
sich mehren, von denen jetzt nach ihrer Uebertragung in die 
Hauptstadt des Reiches nur noch geringe Ueberbleibsel auf ur- 
sprünglicher Stelle zeugen. Der architektonische Charakter der 
vorhandenen Gebäude beweist, dass damals eine durchgreifende 
Umgestaltung vorgenommen wurde. Schon in der Vorburg zeigt 
der Hof Arkaden auf toskanischen Säulen, welche dieser Zeit 
angehören. Im innern Burghofe wird, statt einer reicheren archi- 
tektonischen Ausbildung, durch grau in grau gemalte Fresken 
ein heiteres Bild entfaltet. Unten sieht man faeettirte Quadern, 
oben gemalte Nischen mit Figuren von Tugenden, dann den 
'I'riumph des Reichthums, Judiths Sieg über Holofernes, sowie 
die Scene aus den Gesta Romanorum, wie die Söhne nach der 
Leiche des Vaters schiessen. Die Arbeiten sind von mittlerem 
1) Buchholtz, Ferdin. I. 
VIII. 
725.
        

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