Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Renaissance
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1310751
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III. Buch. 
Renaissance in Deutschland. 
Allgemeiner 
Theil. 
ein Messer, " von ihm „für der besten Kunstwerke eins gehalten, 
so in ganz Rom zu finden sind. " Ausserdem erwähnt er die 
Dioskuren und auf dem Capitol den Marc Aurel.  
Auf der Rückreise nehmen sie den Weg über Loreto, dessen 
prächtige Kirche mit Recht gepriesen wird;1) in Pesaro finden 
sie beim Herzog von Urbino deutsche Künstler?) in Bologna, 
dessen Universität "zumeist von Teutschen besucht wird, " erhal- 
ten sie trotz des Incognitos musikalische Ständchen; in S. Domenico 
bewundern sie das Grab des Heiligenß) „ einen schönen Altar 
von ltlarmelstein und Alabaster. " In Florenz verkehrt Schickhart 
mehrfach mit Giovanni da Bologna, der ihm selbst die von ihm 
erbaute Kapelle zeigt!) Lebhafte Freude haben sie sodann in 
Vicenza an den grossartigen Bauten Palladio's, obwohl dessen 
Name nicht genannt wird. Der Rathhaussaal daselbst wird mit 
dem von Padua verglichen, und dieser wieder mit dem ihm ahn- 
lichen Saal des neuen Lusthauses zu Stuttgart-i) In S, Antonio 
fällt ihnen die herrliche Marmorsculptur in der Kapelle des Hei- 
ligen auf; das Reiterbild Gattamelatas finden sie dem des Marc 
Aurel „nicht sehr ungleich". In lustiger Fahrt auf der mit Fahr- 
zeugen belebten Brenta, deren Ufer mit herrlichen Landhäusern 
geschmückt sind, gelangen sie endlich nach Venedig. Hier reisst 
ihn die Pracht der Bauwerke aus dem ruhigen Ton des Bericht- 
erstatters zu entzückten Ausrufen fort; doch widmet er in aller 
Herrlichkeit "des Südens auch dem Gemälde Albrecht Dürerts 
seine Aufmerksamkeit. Auf der Rückreise fesselt sie in Innsbruck 
das Grabmal Kaiser Maximilians, und der Künstler der zierlichen 
Reliefs, Alexander Colin, wird gepriesenß) Doch schenken sie 
auch dem goldenen Dacherl einen freundlichen Blick.  
Wir sehen, vom Anfang bis zum Ende der Epoche sind die 
Einflüsse Italiens in Deutschland nachzuweisen, unverkennbar 
an Macht und Vielseitigkeit immer mehr zunehmend, in alle 
Kreise allmalig eindringend. Zahlreiche Wanderungen von Künst- 
lern machen den Anfang. Von Dürer selbst wissen wir aus sei- 
nen eigenen Berichten, wie er nach Venedig geht, freilich mehr 
die deutsche Kunst dort zur Anerkennung bringend als dem 
fremden Einflusse sich beugend. Dennoch ist in seinen Werken 
seit dem italienischen Aufenthalt die Einwirkung dortiger Kunst 
nicht zu verkennen. Wie er überall zu lernen sucht, sehen wir 
bei seiner Reise nach Bologna, wohin er sich begiebt, weil ihn 
Jemand in "heimlicher Perspective" zu unterrichten versprochen 
w 
1) Ital. Reise, 
Ebenda, B1. 54. 
B1. 40.  2) Ebenda, B1. 43. 3)  Ebenda, 
 5) Ebenda, B1. 75.  G) Ebenda, B1. 91.
        

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