Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Renaissance
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1315925
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III. Buch. 
Renaissance 
in Deutschland. 
von Zimmern ist noch im Wesentlichen unberührt geblieben. Die 
Wände waren auf Teppiche berechnet, deren man in München 
noch immer eine g-rosse Anzahl besitzt. Die Decken werden 
durch Holzgetäfel gebildet, dessen Gliederung mit bescheidenem 
Relief und sparsamer Vergoldung den eingelassenen Oelgemälden 
als Rahmen dient. Hier herrscht also die in Venedig ausgebildete 
Behandlungsweise und auf Meister der venetianischen Schule 
deutet auch das Kolorit der Bilder. Die Vermittlung zwischen 
Wand und Decke gewithrt eine grosse g-ewölbte Hohlkehle mit 
einem breiten Fries voll trefflicher Stuckornamente. Die Ein- 
fassung der Thüren ist in kräftigen dorischen Formen aus Stuck- 
marmor gebildet. Ebenso sind die Kamine behandelt, doch kommen 
auch prächtigere von Weissem Marmor mit köstlichen Skulpturen 
vor. Der ganzen edlen Pracht entspricht endlich, was die Kunst- 
Schreinerei der Zeit hinzugefügt hat, seien es geschnitzte Tische, 
oder die nicht minder stilvoll behandelten Flügelthüren mit schön 
prolilirten Rahmen und feinen Intarsien. Selbst die Eisenwerke 
an Schlössern, Haspen und Angeln bekunden den hohen Stand 
des damaligen Kunsthandwerks durch die schönen in Gold ein- 
gelegten Ornamente ihrer Tauschir-ArbeitJ) 
Man liest in den Zimmern meistens die Jahreszahlen 1612 
und 1617. Wahrlich, wenn man die harmonische bis in die 
kleinsten Nebendinge in ihrer Feinheit sich gleichbleibende Durch- 
führung dieser Räume mit der Oede der unter Klenze erbauten 
Theile vergleicht, wo vor Allem der Mangel jedes feineren Kunst- 
handwerks empündlich berührt, so muss man gestehen, dass wir 
von jener als barock verschrieenen Zeit sehr viel lernen können. 
Von den derselben Epoche angehörenden Räumen erwähne 
ich nur noch den riesigen „Schwarzen Saal" für die Wachen, 
und die alte Schlosskapelle mit ihren prächtigen Stuckaturen, 
besonders aber das Antiquarium mit seinen treiflichen Fresken 
im Stil antiker Wanddecoration, ein wahres Muster für einen der- 
artigen Sammlungsraum. 
Der schwarze Saal, von dem Brunnenhof direkt durch eine 
stattliche Treppe zugänglich, hat ganz mächtige Dimensionen, an 
der gewölbten Decke 'in riesigem Maassstab perspektivisch ge- 
malte Hallen auf Säulen. Die Thüren und Kamine von schwarzem 
Stuckmarmor, der Fussboden von weissen und rothen Marmor- 
 Eine genaue Beschreibung alles Einzelnen in I trionii _de1l' architet- 
tura nella sontuosa residenza di Monaco, dal Marehese Ranußßlo Pallavieino. 
In Augusta 1680. 40. Dabei auch ein Stich, welcher das Aeussere des 
Baues mit seinen Wandmalereien veranschaulicht.
        

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