Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Renaissance
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1315913
häuser und Vestibüle, sondern namentlich auch die grossen Ga- 
lerien geschmückt, welche in bedeutender Länge die ganze Flucht 
der einzelnen Schlossflügel begleiten, indem sie sich als Verbin- 
dungsgänge vor den Wohnräumen hinziehen. Ueberall bei diesen 
Deeorationen sind die architektonischen Hauptlinien als Grund- 
niotiv betont, bei den Galerien sind es die Kanten der Stich- 
kanpen, welche in die Tonnengewölbe einschneiden. Dadurch 
erglebt sich ein klarer übersichtlicher Rhythmus, der bei allem- 
Reichthum der Ornamente beruhigend wirkt. In der Deeoration 
selbst herrscht ein fein gezeichnetes Rankenwerk vor, mit man- 
cherlei phantastischen Masken wechselnd, in, schöne Rosetten 
auslaufend. Dazwischen Genien mit allerlei Emblemen in kräftig 
cingerahmten Feldern, die Rahmen mit Perlschnur und Herzblatt 
gegliedert. Die grösseren Flächen sind in der Regel Freskobil- 
dern vorbehalten, die sich meist in Allegorie bewegen. Ihre 
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 Fig. 146. Münchemv Residenz. Grundriss einer Treppe. 
klare lichte Fäirbung contrastirt wirksam gegen den weiss gehal- 
tenen Stuck, dessen Behandlung; sich durch Feinheit und Schärfe 
auszeichnet. Wenn {man die ausserordentliche Menge der noch 
jetzt vorhandenen Decorationen betrachtet, so muss man über 
den Reiehthunl und die strömende Leichtigkeit der Phantasie. er- 
staunen. Aber auch selbst die Reinheit des Stils erregt in der 
Zeit des beginnenden Barocco mit Recht Bewunderung, denn 
wenn sich manche barocke Elemente freilich einmischen, so 
stehen doch diese Arbeiten im Vergleich mit den gleichzeitigen 
italienischen und mit dem überladenen Schwulst der zum Theil 
noch früheren in Fontainebleau fast classisch da. 
Die Wohnräume, welche sich noch aus der Zeit Kurfürst 
Maximilians I erhalten haben, gruppiren sich hauptsächlich um 
die Kaisertreppc. Der grosse Saal, 52 F. breit, 118 F. langg, ist 
Zwar durch Klenzds Umbau ganz verdorben, aber eine Anzahl
        

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