Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Renaissance
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1315772
546 
III. Buch. 
Renaissance in Deutschland. 
Rustika und Portale mit dorischen Pilastern, die Fenster in den 
drei oberen Stockwerken ebenfalls schlicht umrahmt, nur im ober- 
sten Geschoss mit durchbrochenen und geschweiften Bekrönungen. 
Eine nüchterne, aber imposante Kaserne für die Mitglieder der 
soldatisch organisirten Gesellschaft Jesu. 
Ein überaus einfacher Bau ist sodann die ebenfalls unter 
Wilhelm V seit 1578 ausgeführte Wilhelmsburg, jetzt unter dem 
Namen Maxburg bekannt, weil Kurfürst Maximilian sie bis zur 
Vollendung seiner neuen Residenz bewohnt hat. Hier sind die 
Formen auf das Aeusserste von Schmucklosigkeit zurückgeführt; 
die ganze Dekoration der Facade beschränkt sich auf eine Ab- 
wechselung von drei verschiedenen Tönen, welche eine gute und 
lebendige Wirkung machen. Die beigegebene Fig. 141 wird dies 
naher veranschaulichen. Nur die Einfassungen der Fenster sind 
von Stein, alles Uebrige von Stuck. 
Das grossartigste Fürstenschloss der Renaissance erbaute 
erst Maximilian I, indem er eine frühere Burg der Herzoge in 
München zu dem glänzenden Residenzbau umgestaltete, der 
noch jetzt in seinen Wichtigsten Theilen erhalten ist. Das älteste 
der fürstlichen Schlösser in München ist die Ludwigsburg oder 
der Alte Hof, von Ludwig dem Strengen 1253 erbaut und von 
Kaiser Ludwig nach dem grossen Brande der Stadt 1327 wieder 
hergestellt. Ein Theil der Hoffagade mit dem malerischen Erker 
reicht noch in jene Zeit zurück; im Innern sind die trefflichen 
Balkendecken des Flurs im oberen Stock und die auf die Wand 
gemalten Fürstenbildnisse noch Reste der gothischen Epoche. Im 
Gegensatze zu dieser ältesten Burg errichtete Albrecht IV seit 
1460 die sogenannte Neue Veste, welche er mit Wällen, Gräben 
und Thürmen versah. Zum Zeichen seines Kunstsinnes legte er 
in ihr bereits eine Gemäldesammlung an. Da der Bau 1579 
durch Brand zerstört wurde, errichtete Wilhelm V dies oben be- 
sprochene Wilhelmsburg, bis Maximilian um 1600 den Beschluss 
fasste, an Stelle der halb abgebrannten Veste die noch jetzt vor- 
handene prachtvolle Residenz aufzuführen. Nach den Planen und 
unter Oberleitung von Peter Crmdid wurde der Bau durch die Werk- 
meister Heinrich Schön und Hans Reifenstuel von 1600-1616 er- 
richtet. Die Erzarbeiten goss, wohl grösstentheils nach Candid's 
Entwürfen Hans Krumper; für die malerische Ausschmückung wur- 
den Christoph Schrvarz, Ulrich Loth und andere Künstler heran- 
gezogen. 1) Ich gebe in Fig. 142 den Grundriss des Erdgeschos- 
 München von R. 
und G. 
hIarggraH. 
273 ff.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.