Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Renaissance
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1310704
Renaissance 
Die 
des deutschen Geistes. 
39 
Monstranz ebenfalls mit Gemmen auf, so schwer und gross, dass 
einer sie nicht zu heben vermag. 1) Eben dort auch auf dem Haupt- 
altar ein Madonnenbild, „und das hat Sant Lukas gemalt, ist sehr 
ein lieblich ernstlich Bild den Menschen zu schauen." 
Auch in England finden sie Beachtenswerthes, namentlich ge- 
stehen sie, nirgends schönere Kirchen gesehen zu haben, innen aufs 
reichste geschmückt, aussen, was ihnen auffällt, ganz mit Blei be- 
deckt?) In Reading rühmen sie ein Antependium und eine Statue 
der Madonna, dergleichen sie nirgend gesehen und Wohl auch 
nicht sehen würden, wenn sie bis ans Ende der Welt reisten. 3) 
Aber schon in Andower bemerken sie eine Alabasterstatue der 
Jungfrau, die ebenfalls sehr schön ist. Auch in Salisbury finden 
Sie herrliche Bildwerkef) namentlich eine Madonna mit dem Kinde, 
von den Drei Königen verehrt, ein heiliges Grab mit dem auf- 
Crstehenden Christus, dem Engel und den schlafenden Wachtern, 
"ein köstlich Werk von geschnitzten Bildern, war Alles so meister- 
lich zug-erichtet als lebefs." Ebenso wird die kunstreiche Struktur 
des der Kathedrale angefügten 'l'hurnies gepriesen. 
In den Niederlanden ist es Brüssel mit seinem grossartigen 
Rathhaus, was sie hervorheben. Von demschön erbauten Thurme 
gßniessen sie eine weite Aussicht; im Atrium sehen sie herrliche 
Gemälde, wie man sie nur irgend in der Welt finden kann. Den 
alten Herzog von Burgund treffen sie in seinem Palaste im Atrium 
sitzend, auf einem Sessel, um welchen rings alles mit golddurch- 
wirkten Teppichen bedeckt ist. Kein Monarch der Christenheit 
habe einen glänzenderen, prachtvollern Hofß) Nichts entgeht der 
Aufmerksamkeit der Reisenden: in Wiener Neustadt beschauen sie 
nicht blos das Grabmal, welches der Kaiser sich hat erbauen 
lassen, mit dem dasselbe schlicssenden Stein, der elfhundert Gold- 
gulden koste, sondern auch die Glocke mit eingeschmelzten Gold- 
linienß) 
Ihre Wanderung führt sie auch nach Oberitalien, wo sie zu- 
nächst in Verona den Palast Theodorichs anstaunen mit seinem 
ungeheuern Steinen, seinen Treppen, den gewaltigen Fensterbögen 
mit ihren hohen Bänken, den aus riesigen Quadern errichteten 
Mauern?) Weit ausführlicher noch beschreiben sie das Castell 
YOD Mailand, das ganz aus Quadern und weissem Marmor erbaut 
ISt, mit Seinem weiten Hofe, dessen Grösse auf 120 Schritte und 
25 Fuss angegeben wird. lm Schlosse ist eine schöne Kirche, 
 Leo von Rozmital, 
4) Ebenda, p. 46, 158. 
Ebenda, p. 123. 
ä 
185.  2) Ebenda, p. 
5) Ebenda, p. 23-25. 
 3) Ebenda, p. 45. 
Ebenda, p. 133  
5
        

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