Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Renaissance
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1315503
K39 
Baiern. 
Freising. 
519 
inneren Zusammenhang mit dem Leben des Volkes entstanden, 
die wir nun einzeln zu betrachten haben. Es ist nicht sowohl 
deutsche Renaissance, als vielmehr Renaissance in Deutschland, 
was wir in Baiern finden. 
Freising. 
Auf dem sonnigen Iclügel, welcher die Stadt Freising über- 
ragt, hat schon in ältester Zeit die geistliche Macht einen festen 
Sitz aufgeschlagen. Die ansehnliche romanische Domkirche und 
die benachbarte ehemalige fürstliche Residenz bilden mit den 
dazu gehörigen Bauten gleichsam eine Stadt für sich. Wir haben 
es hier zunächst mit dem Residenzschloss zu thun, welches 
in seinenälteren Theilen, namentlich dem nördlichen Flügel, zu 
den frühesten, noch unklar schwankenden Renaissancewerken in 
Deutschland gehört. Bischof Philipp liess im Jahre 1520 den 
Bau ausführen. Von aussen ist das Schloss völlig einfach, nur 
gegen die J ohanneskirche ragt ein Thurm empor, der oben acht- 
eckig und mit einem Kuppeldach geschlossen ist. Gegen die 
Stadt hin an der Nordseite ist ein einfach rechtwinkliger Erker 
ausgebaut. An der ostwärts schauenden Hauptfaeade sieht man 
Spuren einer kräftigen Bemalung, imitirtes Quaderwerk in grau 
und grauen Tönen, unter den Fenstern barock gestaltete Schilde, 
über denselben mannigfach variirte Krönungen von Blattwerk 
und Masken, Voluten und Muscheln in grosser Abwechselung. 
Dies Alles spätere Zusätze vom Ende der Epoche. Auch das 
Portal, das sich im gedrückten Rundbogen öffnet, ist mit gemal- 
ten Bandern und Rosetten geschmückt. An der Südseite zieht 
Slßhßlne geschlossene Terrasse hin, die in ihrer hohen Lage am 
südllßhen Kamm des Hügels einen herrlichen Blick über die 
grünen von der Isar durchzogenen Wiesengriinde gewährt. Am 
HOTiZOTIt geWahTt man die Thürme Münchens, und dahinter die 
srossartieen Linien der Alpenkette, die das schöne Bild ab- 
schliessen. 
Das Hauptportal führt zu einem Thorweg, der in einem 
ungefähr quadratischen Hof von massiger Ausdehnung mündet. 
Den beiden vorderen Flügeln des Baues an der Eingangsseite 
und zur Rechten, also dem östlichen und nördlichen sind Arka- 
den euf Schweren Pfeilern vorgelegt, mit weit gespannten Bögen 
in welchen Mittelalter und Renaissance wunderlich sich misehen: 
Drei Treppen in rechtwinklig gebrochener Anlage und mit Po- 
desten führen aus der unteren Halle hinauf, die erste gleieh
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.