Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Renaissance
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1315412
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III. Buch. 
Renaissance in Deutschland. 
Ban und die Befestigung der Plassenburg bedeutende Summen 
verwendete. Im 16. Jahrhundert brachte Markgraf Albrecht Unheil 
über das Land und die Burg. Nach seiner Niederlage bei Sievers- 
hausen brach sein Todfeind, der Herzog von Braunschweig, ver- 
heerend in das Land. Trotz tapferer Verthcidigung vermochte 
die Burg sich nicht zu halten und wurde 1554 nach dem Abzug 
der kleinen Besatzung geschleift. 1) Aber Markgraf Georg Fried- 
rich, der durch den Vertrag von Wien von den Verbündeten 
175,000 Gulden Entschädigung zum Wiederaufbau seiner Veste 
erhielt, liess durch einen Meister Vischer für die damals un- 
geheure Summe von 237,000 Gulden die Burg in der glanzvollen 
Weise erneuern, von welcher jetzt noch der grossartige Hof mit 
seinen reichen Arkaden und Portalen Zeugniss giebt. Seinen 
Einzug hielt er 1564, aber die Ausschmückung des Hofes zog 
sich etwas weiter hinaus, denn 1569 liest man an den Arkaden. 
In neuester Zeit in den Besitz der Krone Baiern übergegangen, 
ist diese Perle der deutschen Renaissance in ein Zuchthaus ver- 
wandelt worden. Dieser Umstand macht eine völlige Untersuchung 
des Baues unmöglich.  
Die Rechnungen von 1561-99 beweisen, dass die Kosten 
des neuen Gebäudes 237,014 tl., also ungefähr so viel betrugen, 
als das reine Einkommen des Landes in 4 Jahren kaum bestrei- 
ten konnte. 1559 mussten die Bauleute zu Kulmbach und Bai- 
reuth Plane und Anschläge zum neuen Bau der Veste entwerfen. 
Zwei Jahre darauf war das Werk in lebhaftem Gange. Der or- 
deutliche Baumeister hiess Kaspar Vischer (1- 1580). Noch er- 
scheint ein anderer Baumeister Koster Müller" und ein welscher 
von Ansbach abgeordneter Baumeister, welcher 1563 wieder ab- 
ging. Ein Zeugmeister aus Koburg i. J. 1566, ein Jüliclrschei- 
Baumeister von Ansbach gesandt 2) müssen die neuen Gebäude 
und Werke in Augenschein nehmen. Zu neuen Plänen kam 1573 
abermals ein welscher Baumeister von Ansbach her und die be- 
trächtliche Ausgabe der Baurechnung in diesem Jahre macht es 
gewiss, dass noch ein Hauptwerk vollführt worden sei. 3) In- 
1) Eine Abbildung des damaligen Zustandes giebt ein interessanter 
alter Holzschnitt: "Grundtlich Fundament und eigentliche Gestalt der weit- 
berümptcn Festung Blassenburg etc."  2) Anmerkung von Stalin: Wohl 
Joh. Pasqualin; wenigstens finde ich im Giinzlefschen Repertoritlm des 
Stuttgarter Staatsarchivs 1,95 folgendes Excerlat eines allda aufbewahrten 
Briefes: 1567 Hzg. Christoph schickt den Jülich'schen Baumeister Joh. 
Pasqualin, der eine Zeitlang bei ihm gewesen, mit Erlaubniss des Hzgs. 
v. Jülich auch dem Markgrafen Georg Friedrich nach Ansbach zu.  
3) S0 Ritter Heinrich von Lang in seiner neueren Geschichte des Fürsten- 
thums Baireuth. Bd. 3 von 1811. S. 196-198.
        

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