Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Renaissance
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1315405
Kap- 
Franken. 
Bamberg. 
509 
kratischen Charakter verleihen. Dazu kommt noch das wieder 
für sich auf seiner sonnigen Höhe gelagerte Michaelskloster und 
die Collegiatstifte St. Jacob, St. Stephan und St. Gangolph. Ein 
stattlicher Hof dieser Art, dem alten Bischofshofe gegenüber- 
liegend, zeigt über dem Portal ein zierliches Renaissancewappen 
mit der Jahrzahl 1580 und der Inschrift Wolff Albrecht von IlVürtz- 
burg, Thombherr, Kantor und Cellarius zu Bamberg. Dies ist 
aber ein späterer Zusatz, denn die Pforte selbst und das kleinere 
Nebenpförtchen zeigen den Spitzbogen der gothischen Epoche. 
Die im Innern den Hof umgebenden Gebäude haben mehr male- 
rischen als architektonischen Werth. Eine originell in einem 
Vorbau angelegte Holztreppe führt zu dem oberen in Fachwerk 
ausgeführten Geschoss mit seiner Holzgalerie. Ein tüchtiges Portal 
der späten Renaissance sieht man dagegen an einem anderen 
Hofe südöstlich vom Dom. Im Innern sind die Gebäude wieder 
aus Fachwerk errichtet und mit hübscher Holzgalerie versehen, 
die zu einem polygonen Treppenthurm führt. 
In der untern Stadt hat erst die Zeit des spätern Barockstils 
und des Rococo eine reichere Blüthe erlebt. Namentlich das 
Rathhaus mit seiner malerischen Lage über dem Wasser, seinem 
prächtigen Balcon und den Fresken gehört dahin. Der späten 
Renaissance verdankt das Gebäude der jetzigen Handelsschule 
mit seinen beiden stattlichen Facaden, seinen hohen mit Pilastern 
geschweiften Voluten und ungemein schlanken Pyramiden an den 
Giebeln seine Entstehung. Auch hier sind die Volutenfelder ganz 
mit flach gemeisselten Laubornamenten gedeckt. Dieselbe Art 
der Dekoration, die für Bamberg charakteristisch scheint, zeigt 
der Seitengiebel des Hauses an der Ecke der Hcrrengasse. Ein 
derber Barockbau endlich ist die Mauth am Markt. Der kolossale 
Giebel hat sehr barocke breit gedrückte Voluten mit starken 
Schweifen und Fruchtgehängen. Auch der Neptunsbrunnen am 
Markt zeigt denselben Stil. 
Reicher-e Ausbeute gewähren die alten Sitze der ilfarkgrafen 
von Brandenburg, die hier grossartige Denkmale ihrer Macht und 
ihres Kunstsinnes hinterlassen haben. In erster Linie steht die 
Plassenburg, eins der gewaltigsten Fürstenschlösser Deutscl1- 
lands. Schon im frühen Mittelalter ein befestigter Platz, von WO 
die Grafen von Orlamünde weit hin das Land beherrschten, ging 
die Burg im 14. Jahrhundert in die Hand der Burggrafen von 
Nürnberg über. Der östliche und nördliche Theil des Hauptbanes 
mit seinen 10 F. starken Mauern und dem 684 F. tiefen Zieh- 
brunnen reicht noch in's Mittelalter hinauf. Im Ausgang des 
Mittelalters war es namentlich Markgraf Friedrich, der auf den
        

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