Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Renaissance
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1314900
Kap 
Franken. 
Würzb urg. 
459 
Der Schönheit des Innern entspricht das Aeussere nicht. 
Namentlich sind die schweren Strebepfeiler, als kolossale dorischc 
Pilaster mit Rahmenprofil auf hohen, dem Erdgeschoss entspre- 
chenden Stylobaten entwickelt, mit ihren verkröpften Gesimsen 
von Eierstäben und Zahnschnitten gar 
zu lastend. Sie geben sich als ein 
späterer, erst 1698 ausgeführter Zu- 
satz zu erkennen. Zwischen ihnen sind  
die drei Fensterrcihen eingeklemmt,  
die oberen rundbogig, die unteren mit  
leicht zugespitzten. Bögen. Mit den   
gothischen Theilungen undMasswerken  115i"!  
contrastirt seltsam die Einfassung von  
dorischen Pilastern und gegliederten  
Archivolten. Ueber dem Schlussstein  
baut sich sodann an den beiden un-  
teren Reihen als Krönung ein flacher  A  
Bogengicbel auf, der an beiden Enden  
mit barocken Voluten sich auf den   
Fensterbogen stützt. Diese Formen  bei 
sowie das wulstige Laubwerk, welches    
die Flächen füllt, werden ebenfalls ein  
späterer Zusatz sein. Das Bedeu-  
tendste am Aeussern ist die Facade   r 
(Fig. 115  Sie besteht aus dem vier-  ü: 
eckigen äloekenthurm, der sich als  
schlanker Hochbau noch in mittelalter-   
licher Weise entwickelt, ursprünglich iglägälllääägäi  
- -  o.  zu  ile"  i Iinillllläia 
mit einem achtseltigen Helm geschlos QEI zäh gißd ::1wg11::i! 
sen, der später durch die jetzt noch     
vorhandene Kuppel mit Laterne ersetzt   Ä VI 
wurde. Diese Krönung ist sowohl in  S, 
den Verhältnissen wie im Umriss   
wohl gelungen und entspricht dem  
System des Aufbaues vielleicht besser   _   
als ein spitzes Helmdach. Von glück-  ["15 
licher Wirkung ist die Verwendung Fig.115. Unixwrrsitiits-Kirehe. 
zweifarbigen Sandsteins, eines rothen  
für die gesammten Massen und archi-  
tektonischen Glieder, eines helleren für die Sculpturen und die 
Fensterfüllungen. Die Gliederung wird in zwei Stockwerken 
durch sehr hohe mächtige Pilaster, unten dorische, oben ionische, 
bewirkt. Diese Theile gehören wohl ebenfalls den späteren Zu-
        

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