Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Renaissance
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1314562
K31? 
Franken. 
Mainz. 
425- 
des geistlichen Elements auffallend fühlbar. Dem entspricht auch 
der Stand der Denkmäler. 
Die früheste Schöpfung der Renaissance und überhaupt eine 
der ersten in Deutschland ist der sogenannte Judenbrunnen 
auf dem Markte, inschriftlich 1526 durch Erzbischof Albrecht zur 
Verherrlichung des Sieges von Pavia errichtet. Neben ausführ- 
lichen lateinischen Inschriften liest man daran in deutscher 
Schrift die Warnung: „O bedenk das End." Es ist ein dreiseitiger 
Ziehbrunnenß) dessen Gebälk auf drei Pfeilern ruht, die aus der 
unteren steinernen Brüstung hervorwachsen. Derbe Consolen ver- 
mitteln den Uebcrgang zwischen Pfeilern und Architrav. Die 
Pfeiler haben ein Rahmenprofil und vegetatives Ornament auf 
den Flächen. Die obere Krönung gehört zu den anmuthigsten 
Werken der Frührenaissance. Delphine und Sirenen, in Laub- 
Werk auslaufend und Wappen haltend, stützen den phantastisch 
reichen Aufbau, aus welchem ein mittlerer Pfeiler emporsteigt, 
dreiseitig und mit Flachnischen, darin Bischofsgestalten stehen. 
Das Ganze krönt die Statue der Madonna. 
Was sonst hier von Renaissance vorhanden, gehört mit Aus- 
nahme einiger Grabdenkmäler im Dorn durchaus der Spatzeit 
an. So zunächst das ehemalige erzbischöfliche Schloss, 1627 
unter Georg Friedrich von Greifenklau begonnen, aber erst 1675 
bis 78 vollendet. 2) Es ist ein stattlicher Bau aus rothen Sand- 
steinquadern, in zwei Geschossen mit kräftigen Pilasterstellungen 
gegliedert, welche die langgestreckte Facade gegen den Rhein 
glücklich beleben. Der Bau besteht aus zwei im rechten Winkel 
zusammenstossenden Flügeln und War wohl ursprünglich auf eine 
umfangreichere Anlage berechnet. An den Ecken des Haupt- 
flügels treten diagonal gestellte Erker vor, welche sich durch 
beide oberen Geschosse fortsetzen und mit geschweiften Dächern 
schliessen. Die ganze Architektur ist kraftvoll und doch zierlich. 
Die Pilaster, unten toskanische, dann ionische, endlich korin- 
thische, haben am unteren Theil des Schaftes Ornamente in 
Schlosser- und Riemerformen. Aehnliche Decorationen schmücken 
die Fensterbrüstungen. Durchbrochene Giebel, im Hauptgeschoss 
geschweift, im oberen gerade, bekrönen die Fenster. Alles dies 
entspricht den Formen des Friedrichsbaues in Heidelberg, mit 
welchem der Bau ja fast gleichzeitig ist. Treffliche Eisengitter im 
Stil der Zeit sieht man in den unteren Fenstern der Fagadt; 
 Abb. in Chapuy'S MQyelPäge Piftür-  2) HiStOY- Notizen über 
Mainzer Bauten verdanke 10h der Gut? des Hrn. Dompräbendaten 
Schneider. Dazu Gesch. der Stadt Mamz von Schaab. 
die 
Fr.
        

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