Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Renaissance
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1314556
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III. Buch. 
in Deutschland. 
Renaissance 
welche an Reichthum, Glanz und künstlerischer Strebsamkeit 
eine hohe Stellung einnehmen. Diese Verhältnisse lassen sich 
schon in der romanischen Epoche erkennen. Die Dome von 
Mainz, Würzburg und Bamberg gehören zu den Monumenten 
ersten Ranges. Auch die romanischen Kleinkünste haben grade 
hier, namentlich in Bamberg ihre klassische Stätte. Anders ist 
es in der gothischen Epoche. Der Schwerpunkt rückt hinüber 
zum Bürgerthum. Städte wie Nürnberg, Rothenbnrg, Frankfurt 
wetteifern in Anlage und Ausschmückung ihrer Pfarrkirchen; 
aber bei aller Tüchtigkeit der Anlage, allem Reichthurn der Aus- 
stattung wird grade hier kein Denkmal ersten Ranges hervor- 
gebracht. Unter diesen Verhältnissen geht das Mittelalter zu 
Ende, und die neue Zeit bricht an, auch hier besonders von den 
Städten mit Eifer beg-rüsst. Jetzt kommt es vornehmlich im Profan- 
bau zu einer Reihe bedeutender Schöpfungen, in denen das Kultur- 
leben der Zeit sich mannigfach spiegelt. Dem ganzen Gebiete 
gereicht es zum Vortheil, dass es überall mit tretflichen Bau- 
steinen gesegnet ist. Dadurch wird der Architektur eine mehr 
plastische Durchbildung verbürgt, die nicht zu dem in Ober- 
schwaben herrschenden Surrogat der Bemalung ihre Zuflucht zu 
nehmen braucht. In der charaktervollen Architektur dieser Zeit 
gewinnen besonders die. mächtigen Städte wie Nürnberg und 
Rothenburg, aber auch Schweinfurt und Frankfurt ihr lebens- 
volles Gepräge. Neben den Städten haben wir sodann die welt- 
lichen und geistlichen Fürstensitze in's Auge zu fassen. Wir 
betrachten nun das weitgestreckte Gebiet in seiner besondern 
geographischen Gruppirungg, wobei wir indess der Zweckmässig- 
keit wegen das Rheinfränkische nicht im ganzen Umfange herein- 
ziehen. 
Rheinfranken. 
Die rheinfränkischen Lande sind überwiegend in geistlichen 
Händen gewesen und sprechen dies Verhältniss auch in ihren 
Denkmälern aus. An der Spitze steht Mainz, wo das Vorherrschen 
der geistlichen Macht namentlich im Gegensatz zum benachbarten 
Frankfurt auffallend hervortritt. Wenn irgend eine Stadt durch 
günstige Naturlage zu blühender Entwicklung" bestimmt scheint, 
so ist es das herrlich am Einfluss des Mains in den Rhein in 
weiter Ebene sich hinstreckende Mainz. Die Lage ist noch vor- 
theilhafter als die von Frankfurt. Wenn man aber die mächtige 
Entwicklung, die reiche selbständige Blüthe des letzteren mit den 
Zuständen von Mainz vergleicht, so wird der schlimme Einfluss
        

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