Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Renaissance
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1314488
Kap- 
Schwaben. 
Augsburg. 
417 
Altane abschliessen, steigt der mittlere Theil jeder Faeade noch 
um zwei Stockwerke höherempor und schliesst dann mit hohen 
Giebeldäehern, welche kreuzförmig einander durchschneiden. Der 
Hauptgiebel, der als der breitere auch an Höhe den Quergiebel 
überragt, mag etwa 150 F uss emporsteigen und ist auf beiden 
Enden mit dem Wahrzeichen der Stadt, dem Pinienapfel auf 
einem Bronzekapital, bekrönt. Wie grossartig die Baugesinnung 
der damaligen Augsburger war, ermessen wir aus den bedeuten- 
den Summen, welche die Ausstattung erforderte. Der kolossale 
Pinienalafel kostete 1000 iL, der vergoldete Adler im Hauptgiebel 
2000 11.; eben so viel das gegossene Gitter im Portal mit den 
beiden Greifen, die das Wappen halten; die prachtvollen Bronze- 
kapitäle der acht Säulen im Vorsaal des oberen Geschosses je 
 LKälimhlwvüljkül 
T5 
 
 Ü  5 Ü   1! l q  
L  1.,  LHWH: 
Fig. 102. Fis- 103- 
Modelle zum Augsburger Rathhaus. 
300 fl. Noch während der Ausführung wusste Holl diesen Bau- 
eifer zu steigern, indem e1' den Herren vorstellte, es werde „so- 
wohl innen als aussen der Stadt ein heroischeres Ansehen geben," 
wenn man den beiden Seiteniiügeln zwei Thürrne aufsetze; er 
habe sie dann fleissig gebeten „sie wollten ihm solchen Bau ferner 
auch vergönnen und die Unkosten nicht so genau ansehen, wann 
schon jeder Thurm 300 ü. mehr belaufen werde". Man willfahrte 
ihm auch hier, und so entstand binnen fünf Jahren bis 1620 der 
Bau in der Gestalt, wie wir ihn jetzt noch sehen. Das Werk 
bezeichnet die höchste Steigerung, deren die Augsburger archi- 
tektonische Eigenart fähig war. Beim Aeusseren musste der 
Meister, wie wir gesehen, nach der lokalen Sitte auf plastische 
Ausstattung und Gliederung verzichten. Jene weit reicheren Mo- 
Kugler, Gesch. d. Baukunst. V. 2T
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.