Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der deutschen Renaissance
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1309821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1314314
400 
Buch. 
III. 
Renaissance in Deutschland. 
damals überaus lebhaften Verbindung mit der prächtigen Lagunen- 
stadt. Dabei die Jahrzahl 1609.  Ein etwas älteres Haus sieht 
man in der Kornhausgasse, mit kolossalem Giebel in der nüch- 
ternen hier herrschenden Form, auf beiden Seiten mit je einem 
rechtwinkligen Wenig vorspringenden Erker ausgestattet. Das 
Portal mit der Jahrzahl 1551 ist im gedrückten Rundbogen mit 
Rahmenpilastern eingefasst, die in der Flache Medaillons mit 
antikisirenden Köpfen zeigen. Das Wappen über der Hausthür 
ist in etwas flachem Relief gut gearbeitet. 
 E Zu den interessantesten Privathäusern gee 
ä ä W hört vorn 111 der Hirschstrasse das Schadische 
k  Haus (Flg. 100), ein ausgedehnter Bau, der 
T e auch in der innern Einrichtung die Anlage 
 eines alten Ulmischen Kaufherrenhauses leben- 
 dig veranschaulicht. Der breite gewölbte FlurA 
v a A mit hübschen Masken und andern Ornamenten 
  an den gedrückten Gurten zeigt rechts die 
später angelegte hölzerne Treppe zum oberen 
Geschoss. Daneben sind auf beiden Seiten 
E i"  ebenfalls gewölbte Waarenlager. Der Flur mün- 
det auf einen Hof B, der an der vorderen 
und Rückseite mit gewölbten Arkaden auf kraf- 
 tigen Pfeilern eingefasst ist. Darüber erheben 
 sich in zwei oberen Geschossen hölzerne Ga- 
vläv lerien mit Balustraden, welche sich auch an 
3:7 den beiden Langseiten des Hofes auf einer 
K A. Vorkragung hinziehen. An diesen Hof stösst 
m 100 U Schndisches sodann ein zweiter Querbau C, mit sechs Kreuz- 
iiausdErdgeischoss. m)" gßwölben auf kräftigen, der romanischen Form 
nachgebildeten Pfeilern eine etwa 60 Fuss breite 
und gegen 30 Fuss tiefe Halle bildend. Von hier steigt man 
auf mehreren Stufen zu einem höher gelegenen zweiten Hof D 
empor, der wieder auf beiden Seiten mit gewölbten Arkaden auf 
Pfeilern eingefasst ist. Diese bilden eine Verbindung des Vorder- 
hauses mit dem Garten E, welcher sich hinter dem zweiten Hofe 
anschliesst und von dort wieder auf mehreren Stufen zugänglich 
ist. Dies schöne Haus verdiente um so mehr eine genauere 
Aufnahme, als dasselbe schwerlich noch lange bestehen wird. 
Von der ursprünglichen Ausstattung bemerkt man am Rückgiebel 
des Vorderhauses Spuren von grau in grau gemalten Decorationen. 
Dabei die Jahrzahl 1599. Rechts im Hof ist ein Pferd an die 
Wand gemalt, daneben Handschuh, Stiefel, Bürste und Striegel, 
die Jahrzahl 1602 und dazu der Vers: "Hie steht ein frisches
        

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